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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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11, Kapitel: Vom alten Band ins neue Reich.

gart) Schillcrausgabcn, dieBibliothek der deutschen National-Litcratur"des Bibliographischen Instituts (Hildburghauscn; der Bogen ^ Sgr.),Grotes (Berlin und Hamm )Hausbibliothck der deutschen Classiker",Hendels (Halle )Bibliothek der Gcsammtlitteratur" bedeuteten den Be-ginn einer neuen Zeit, die man alsmodernes NachdruckSzeitaltcr" be-zeichnet hat. Die Ausgaben wurden in ungeahnten Massen gekauft.Payne, der die ersten billigen Schiller-Ausgaben angekündigt hatte,schätzte die erforderliche Auslage schon im Februar 1867 auf etwa50000 Exemplare.Wir beziehen", schrieb der junge Emil Strauß als Gehilfe in E. H. Schröders Buch- und Kunsthandlung in Berlin in der Zeit vor Weihnachten 18<>7,Schiller, Goethe, Lessing immerhundcrtwcisc und verkaufen sie durch bloßes Ausstellen im Fenster."Bon HcmpclsNatioualbibliothck", einem Unternehmen, das gute Aus-stattung, außerordentliche Billigkeit und günstige Bezugsbedingungen(Drittelrabatt) mit gründlicher Tcxtrcvision verband, bei der Hempclselbst anfs thätigslc mitwirkte, waren schon bis Anfang März ca.4 Millionen Prospekte und über 300000 Bcrscndungsbricfc verlangt,und dabei hatten, da die Firma nicht schnell genug zu liefern vermochte,verschiedene Sortimcntcr Prospekte, Beilagen, Ansichtsbriefe, ja sogarPlakate in größerer Anzahl selber drucken lassen. Das Interesse er-streckte sich über das Bundesgebiet hinaus namentlich nach Rußland ,Holland, der Schweiz; wenn Österreich so stark zurückblicb, so wardas durch die besondcrn politischen Verhältnisse erklärlich. Zu EndeFebruar warcu fast 300000 Exemplare der ersten Lieferung, gegendrei Millionen von zwölf Schnellpressen im Laufe eines Monats her-gestellte Druckbogen, versandt, und noch war der Nachfrage nicht genügt.Die Zahl der festen Bestellungen betrug Anfang März schon über 40000,und nicht nur ihre Zahl, sondern auch die Art, in der sie größtenteilsgemacht wurden, war bezeichnend: aus unmittelbarem brieflichem Wegeund großenteils tclcgraphisch; und ebenso nahm Hcmpel die Versendungdirekt durch die Post vor. Die GrotcscheHausbibliothck", das Bündchenzu 8 Sgr., machte den Anfang mit dcn illustrierten Klassikcrausgabcn(erstes Bändchcn: Boß' Luisc, ill. vou Paul Thumann ). Dancbcn er-folgten die ersten Ankündigungen neuer kritischer, nicht für dasVolk"berechneter Ausgaben: als erster in Fortsetzung der PfeifferschenDeutschen Classiker des Mittelalters" und der Gocockc- und Titt-