Ende der Klassikcrprivilcgicn. Neue Klassikcrausgabcn. 471
nicht eigentlich konstituierten —, einen Wendepunkt von außerordent-licher geschichtlicher Bedeutung bezeichneten sie jedenfalls. Es war dasEnde der Klassikcrprivilcgfristcn und die gesetzliche Einführung der Gc-wcrbcfrcihcit im Norddeutschen Buudc.
Es war namentlich der crsterc Umstand, der endgültige Untergangdes sogenannten ewigen Verlagsrechts mit dem Erlöschen der genanntenPrivilegien am 9. November 1867, die die Zeitgenossen lebhaft bewegte.Die Gocthc-Ausgabcu, die bei Eotta vor 1867 erschienen, kosteten17 Thlr. (1827 fg., 15 Bände), 34 Thlr. (gleichzeitige Oktavausgabe),21 Thlr. (neu revidierte Ausgabe in 40 Bänden von 1840), 20 Thlr.(zwei Bände, zweispaltig, 1845), 24 Thlr. (30 Bände Großoktav, 1857),12 Thlr. (6 Bände, 1860); die Schiller-Ausgaben: 12 Thlr. (1812 fg.u. 1818 f., Großoktav), 5 Thlr . (18 Bände Taschenformat, 1818 fg.und 1827 fg.), 10 Thlr. (12 Bände Großoktav, 1838), 6^ Thlr .(1 Band, 1833), 4 Thlr. (1838, 12 Bände), 6 '/z Thlr. (10 Bünde Großoktav, 1844), 4 Thlr. (2 Bände, 1862), 6 Thlr . (12 BändeKlcinoktcw, 1860), 9 Thlr . (12 Bände Großoktav, 1862). Jetzt, imJahre 1867, veranstaltete Cotta eine zwölsbändigc Schiller-Ausgabe inTaschenformat zu 2 Thlr. A. H. Paync in Leipzig aber lieferte denAbonnenten seines illustrierten „Familien-Journals" eine gut gedruckteSchillcr-AuSgabe für 1 Thlr. Eotta folgte dann im Oktober mit derAnkündigung einer Schillcr-Ansgabe zu 1 Thlr. , einer Ausgabe vonGoethes Werken zu- 3^ Thlr . und veranstaltete eine wohlfeile „Biblio-thek für Alle". Es geschah nntcr dem Druck einer starken, vor allemnorddeutschen Konkurrenz. Ausgaben wie die Payncsche, Unternehmungenwie die der Firma Gustav Hempel in Berlin , eines der nntcrnehmungs-rcichstcn Geschäfte im damaligen deutschen Buchhandel, deren „National-bibliothck sämmtlichcr deutscher Elassiker", das Heft von 6—9 Bogenkleinen Formats zu 2^ Sgr. — ebenso wie etwa, soweit es die deutscheLittcratur betraf, Hcinr. Alb. Hofmanns (A. Hofmann ^ Co., Berlin )durch ihre ungewöhnliche Billigkeit ausgezeichneten „Classikcr des Jn-und Auslands" (1852 fg.) — sich bisher auf Bürger, Scume, JeanPaul , Geliert, I. H. Voß, Hauff und Musnus hatte beschränken müssen,deren Abdruck die betreffenden Verleger gegen billige Entschädigung ge-statteten, Cottas wohlfeile „Bibliothek für Alle", Ed. Hallbcrgcrs (Stutt-