Der Krieg 1870/71.
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namigen Frankfurter Firma, dem nur noch ein Jahr bis zu seinem acht-zigsten Geburtstag fehlte, sang ein Schützenlied dazu, mit der Schluszstrophc:
Drum wer heute mitgcschossen,Hat dem Bund sich angeschlossen,Einzustehn für's Vaterland.Dazu knüpft, mit Wort uud ThatcnFortzupflanzen diese Saaten,Fester heut' das Bruderband!
Einige Jahre darauf feierte ein Gehilfenvcrcin in Berlin sein elftesStiftungsfest. Die „Humoristische Festnummcr" verzeichnete die er-schienenen und demnächst erscheinenden Neuigkeiten des deutschen Buch-handels. Man liest unter jenen: „Koffmann H Hampc in Homburg :Vehse, Geschichte des 19. Jahrhunderts, Band VIII, Schicksale der soschmählich in der Katastrophe von 1870 untergegangenen NapoleonischenDynastie"; „S. Schrupps Erben Berlin : Gencralstabs-Karte des Nord-deutschen Kaiserstaates"; unter diesen: „I^s, rspudliczus IrantzaiZs äs1870—1915, Brüssel, <I<z Norn^ trsres". So steht geschrieben in dergenannten Festnummer des „Krebs" vom 7. November des Jahres 1868.
Im Sommer des übernächsten Jahres entschuldigte sich der Vor-steher der Korporation der Berliner Buchhändler, Alexander Dunckcr,die Hauptversammlung der Korporation nicht leiten zu können; er standals Rittmeister der Landwehr in Feindes Land jenseits der Vogescn,wo nun jenes Bruderband geknüpft und wo nuu, nach den Zeiten derVorbereitung und Zurüstung, auch für den Buchhandel völlig ein neuesZeitalter, „Saaten fortzupflanzen", eröffnet wurde. Die großen welt-geschichtlichen Ereignisse, sagte Alexander Dunckcr in dem genanntenSchreiben, würden zuversichtlich auch dem Buchhandel eine „gesegnete undgesicherte Zukunft bereiten". „Als ich in diesen Tagen", setzte er hinzu,„bei einem pommcrschen Landwehrbataillon einen Kollegen die Fahne sofest und stattlich tragen sah, da wünschte ich, daß auch der Gcsamtbuch-hcmdel die Fahne seiner Ehrenhaftigkeit und seines damit so eng zusammen-hängenden Gedeihens stets so hoch und stattlich erhoben tragen möge."Daheim im Lande begleitete die kriegerischen Ereignisse Ed. Hallbcrger inStuttgart mit der illustrierten Kricgszcitung „Vom Kriegsschauplatz", OttoSpamer in Leipzig mit den „Illustrierten Kriegsberichten", aus denendann die „Illustrierte Chronik des deutschen Nationalkrieges" hervorging.
Geschichte des Deutschen Buchhandels. IV. 31