Zwölftes Kapitel.
Die Reformbewegung bis 1889.
Wandlungen in Verkehr, Technik, Publikum und Buchhandel. Rcformvoraus-setzungen und Reformrichtungcu. Verhandlungen und Maßnahmen im Österreichi-schen und Süddeutschen Bnchhcindlerverein und Deutschen Sorlimenterverein1868—1376; Usancenkodcx. Eisenachcr Sortimentcrtag und Weimarer Konferenzen1878; Enquete-Kommission . Delegiertenkonferenz 1879. Börsenvereinsstatut 1880.Kröners Statutenreoisionsprojckt 1882. Meißncrsche Resolution und Oktober-konfcrenz 1883. Delegiertenbcschlüsse 1884. Frankfurter Hauptversammlung 1887.Die neuen Satzungen. Parey , Kröncr, Brockhans. Schlußbemerkungen.
So war, kaum war das neue Reich erstanden, in seiner Einheitdie Einheit des Gewerbcrechts, des literarischen Rechtsschutzes, der Preß--gesetzgcbung erstanden; eine Einheit, die auf allen drei Gebieten zugleicheine höhere Stufe gesetzlicher Freiheit bedeutete. Es geschah in Ver-bindung mit einem Fortschritt zu Einheit und Freiheit namentlich imVerkehrswesen. Es war wiederum das Jahr 1861, in dem, in derMitte des Jahres (1. Juli) mit dem Schlage der Mittcrnachtsstundc,nach einem Bestehen von drcicinhalbhundert Jahren die alte Thurn undTaxisschc Lehnspost endete und mit allen ihren Rechten und Einrich-tungen auf Preußen überging, in dem am 2. November ein Gesetz überdas Postwescn nebst Postordnung, am 4. November ein Gesetz über dasPosttaxwcsen für den ganzen Norddeutschen Bund erschien und am23. November das Zeitalter der Postvcrträgc seinen Anfang nahm.Vom 1. Januar 1868 ab hatte — wie Österreich schon seit 1861 —der Norddeutsche Bund einen einheitlichen Posttaris: jetzt ging für einenSilbcrgroschen der frankierte einfache Brief, d. h. bis zum Gewichtvon 1 Zolllot, jeder schwerere für 2 Silbcrgroschen (wahrend bis dahinje nachdem das zweifache, dreifache Porto u. s. w. erhoben worden war)von jedem Ort an jeden andern innerhalb des Bundes; ein Portofrci-heitsgcsctz vom 5. Juni 1869 machte der heillosen und kostspieligen