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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
493
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Wandlungen in Publikum und Buchhandel. 493

Von der Gesamtzahl der Firmen betrug in Procenten:

1865

1869

1875

1880

1885

1890

21,08

21,39

24,98

22,88

22,09

22,27

«Sortimentshandel..............

63,75

61,6g

58,92

62,S3

61,si

60,55

Antiquariatshandel.............

29,78

33,n

31.05

29,g?

27,07

24,05

Leihbibliothek..................

20,0g

21,07

21,30

19,51

17,K5

16,27

Journal- und Lesezirkel.........

10,00

11,32

12,71

11,8«

11,05

12,40

Papier -, Schreib- u. Zeichcnmat.,,

10,90

19,93

23,81

25,02

25,74

25,80

Kolportage-Sortiment...........

12,9-,

11,72

10.94

13,21

-Verlag..............

4,25

2,80

2,12

1,53

-Sortiment u. Verlag ,,

1.58

1,29

1,03

0,80

Trockene Zahlen und Zahlcnverhältnisse, und doch führen sie inden Kern der Wandlung ein, die sich um die Zeit des Übergangs vomalten Bund ins neue Reich vollzog.

Wir haben eine starke Zunahme des reinen Buchverlags; dabeieine verhältnismäßige Verengerung des Kreises des mit dem reinen Ver-lagsbuchhandel unmittelbar in Verbindung stehenden regulären Sorti-mentsbuchhandels und eine dieser Verengerung entsprechende Ausdehnungdes jenseits dieser Kreislinie befindlichen Buchhandlungsgebiets. Daswurde auch sichtbar in den Verzeichnissen der Verlegcrvereine. Das Ver-zeichnis des Berliner Verlegervcreins vom Jahre 1876 enthielt 1209,dasjenige der Berliner, Leipziger und Stuttgarter Verlegervcreinc vomJahre 1893 enthielt 1851 Sortimentsfirmen; die in den genanntenVerzeichnissen angeführten Sortimentsfirmen betrugen so im Jahre 1876mehr als die Hälfte, im Jahre 1893 wenig über ein Drittel der imAdreßbuch verzeichneten Sortimcntshandlungen. Der Verlag mag imMittelpunkte des regulären Sortimenterkreises zusammengedrängt gedachtwerden: so entsteht das Bild eines Springquells, der, entsprechend derzunehmenden Verstärkung seiner Druckkraft und der zunehmenden Ver-kleinerung des ihn umgebenden Wasserbeckens, seine Wasscrmengcn insteigendem Maße über den Rand des Bassins hinauswirft, um sich dorteiu zwar flacheres, aber desto weiteres Becken auszuwaschen. Die schwersteMasse der geschlossen aufsteigenden Wassersäule fällt in das alte Becken.Je leichter die zerteilten Tropfen, bis zum feinsten Wasserstaub, destomehr werden sie darüber hinausgetragen. Es ist deutlich, daß dieszum Teil zugleich eine Verstärkung gewisser, jener Veränderung ent-sprechender Richtungen in der Verlagsproduktion selbst bedeutet.