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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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12. Kapitel: Die Reformbewegung bis 1889.

vergangenen Jahrhunderten, Anton Philipp Reclams Literarisches Mu-seum" in Leipzig etwa, in den zwanziger und dreißiger Jahren, odermit Lesekabinetten verbundene Buchhandlungen wie z. B. die von GustavOehler in Frankfurt a. M. um 1840. Jetzt wurde durch die Gestaltungvon Bibliothek und Bibliographie, von Fachzeitschrift einerseits, Zeitungund allgemeinem Journal andrerseits, durch die Vergrößerung der städtischenRäume und die Beschleunigung des Zeitmaßes, den die Lebensführungannahm, Umstände, denen uns wohlbekannte, damit in Wechselwirkungstehende Erscheinungen auf Seiten des Buchhandels gegenüberstanden, derBuchladen einer alten besonderen Bildungsatmosphäre mehr und mehrberaubt und mit der Luft eines beliebigen andern Kaufladens erfüllt,während den neuen Groß- und Kleinthaten eines Handels, der in diejenseits der Ladenlinie emporsteigenden Kreise vor- und eindrang, der Ver-käufer im Buchladen unthätig zuschaute. Je mehr die Zahl der Buch-händler anschwoll, je mehr mit dem Absterben der unverlangten Sendung,dem Aufsteigen neuen Zwischenhandels, dem Rückgang persönlicher Zu-sammenkunft die Nachklänge einer alten Zeit alter Gegenseitigkeit auchhier ausklangen, um so mehr schritt endlich auch die Lockerung desgleichsam familiären Verhältnisses zwischen Verleger und Sortimenterfort. Die unverlangte Ncnigkeitssendung, gegen die so lange geeifertworden war, ging fortgesetzt weiter zurück. Sie wurde hinsichtlich derArbeit und der Kosten, und zwar sowohl vom Standpunkt des Verlegerswie von dem des Sortimcntcrs aus gesehen, je größer der Umfang desSortimentsbuchhandels wurde, um so undurchführbarer; an ihre Stelletrat das Circular. Es betrug die Anzahl der Firmen, die

im Jahre

Neuigkeitenannahmen

nach Wahlzettelnwählten

1871

802

1932

1875

752

2478

1880

528

3353

1885

456

4031

1890

346

4745.

Der Barbezug gewann an Ausdehnung. Nicht nur durch den Hinzu-tritt der neuen Papierhandlungen, Buchbindereien u. s. w., die in aus-gedehntem Maße gegen bar beziehen mußten, durch die Zunahme desBezugs gebundener Bücher, die zum Teil nur gegen bar gegeben wurden,