504 12. Kapitel: Die Reformbewegung bis 1389.
currenz und der hierdurch immer mehr um sich greifenden Schleuderet,die sich nicht bloß durch übermäßiges Rabattiren, sondern auch in derwillkürlichen Beseitigung des Ladenpreises bemerkbar mache", und befür-wortete namentlich die Begründung eines österreichischen Vcrlegervereins,der insbesondere das Ziel verfolgen sollte, „den Sortimentshandel beider Aufrcchtcrhaltung der Grundsätze, auf welchen der deutsche Buch-handel beruhe, zu unterstützen". Die Schlüsse und Anregungen führtenzu keinem Ergebnis; der Vorstand entfaltete indes eine praktische Tätig-keit, indem er bei verschiedenen Beschwerden und Ansuchen, die bezüglichder Schleuderten einzelner Firmen an ihn gerichtet wurden, an diebetreffenden Firmen energische briefliche Aufforderungen ergehen ließ,und als er in der Generalversammlung des Jahres 1871 zum erstenMal darüber berichtete, erklärte er, die Aufforderungen hätten jederzeitden erwünschten Erfolg erzielt. Im Jahre 1873 wurde der Antragauf Abschaffung des Kundenrabatts erneut eingebracht, und zwar vondem Führer des Deutschen Sortimcntcrvereins, Hermann Dominicus,der gleichzeitig als Schriftführer dem Österreichischen Buchhündlcrvcreinangehörte. Diesmal wurde der Antrag einer aus drei Verlegern unddrei Sortimcntern bestehenden Kommission überwiesen, die die Bestim-mungen für diejenigen Städte aufstellen sollte, in denen die gänzlicheAbschaffung des Rabatts nicht möglich sei. Die Kommission brachteeinen Verband zu Stande, dem bis Ende 1873 269 Firmen, worunter allenamhaften Verleger, angehörten, und dessen Hauptbcstimmung darinbestand, daß vom 1. Januar 1874 ab der Rabatt an Private gegenbare Zahlung wie in Rechnung aufgehoben sein sollte; bei großen Auf-trägen von mindestens mehreren hundert Gulden sollte ein im Ver-hältnis zu den günstigeren Bezugsbedingungen höherer Rabatt in den-jenigen Fällen bewilligt werden können, in welchen die Konkurrenz diesnötig mache. Die Übertreter der Konvention, und zwar auch diejenigen,welche dem Verbände nicht beigetreten waren, wurden mit Sperrungder Rechnung bedroht. Die Nabattkommission nahm sich ihres Amtesmit Eifer an, so sehr, daß auf der Versammlung des Jahres 1875,in der beschlossen wurde: daß der Vorstand in Zukunft die Berufungeiner Rabattkommission jeweilig zu veranlassen und sich zum Zweckegemeinschaftlichen Vorgehens gegen Rabattschleudcrei mit den VereinenDeutschlands und der Schweiz in Verbindung zu setzen habe, der Sieg