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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Rcformvcrsuchc im Süddeutschen Buchhiindlervcrcin. 505

über das uralte Übel des Kundenrabatts gefeiert wurde allerdingsverfrüht.

Die österreichische Bewegung vollzog sich außerhalb des unmittel-baren Zusammenhangs mit der gemeindeutschen Reformbcwegung. Wirnähern uns der gemeindeutschen Bewegung mit Vorgängen im Süd-deutschen Buchhändlerverein. Ein Mann aus der buchhändlcrisch ge-einten Schweiz , der dem Vorstand des Süddeutschen Buchhändler-Vereins angchörige Carl Detloff in Basel , war hier die bewegendeKraft. Er trat auf iu der Gencralversammluug des Jahres 1874.Er wies auf das Vorbild der Schweiz und der österreichischen Nabatt-konvention hin und beantragte, in einem Anhang zu den revidiertenStatuten die Regulierung der Rabattsrage vorzunehmen. Unter denGegnern des Antrags befand sich u. a. der Stuttgarter Verleger AdolphKröner. Dem Sortimcntcr, meinte er, sei die Verweigerung des Rabattsgeschäftlich unmöglich; von den Verlegern habe man vollends unüber-windliche Schwierigkeiten zu erwarten.Die großen gehen sicher nichtdarauf ein, und wir kleineren können uns dann unmöglich in solcheenge Schranken einschließen lassen." Die Lage der Sortimcntcr sei ge-wiß schwierig, allein diese Krisis werdeauf eine andere Weise geheiltwerden müssen". Man möge den Gegenstand an eine Kommission ver-weisen. An den Börscnverein würde er sich vorerst nicht wenden.Übrigens wird es vergebliche Mühe sein." Das erwartete man auchvon anderer Seite und hielt das Unternehmen namentlich wegen dernorddeutschen Konkurrenz für undurchführbar. Detloff vertrat dagegendie Ansicht, daß irgendwo der Anfang gemacht werden müsse, und daß,wenn Süddcutschland einig und geeint sei, der Anschluß Norddeutsch-lands nicht ausbleiben werde. Man nahm den Antrag an; der Vor-stand (Ernst Rohmer , Carl Detloff, Adolf Bonz) wurde mit Vor-arbeiten zur Entscheidung der Frage beauftragt,ob und in welcherWeise im gewöhnlichen Kundcnvcrkchr das Rabattgebcn abgeschafft werdenkönne". Cr wandte sich zuerst, Ende September 1874, an die Ver-leger, indem er den Verlegern Süddeutschlands eine Erklärung zustellte,durch deren Unterzeichnung man sich mit einem eventuellen Beschluß,dem Übel des Kundcnrabatts entgegenzutreten", grundsätzlich einver-standen erklärte und zusagte, seinerseits bei der Durchführung behilflich