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12. Kapitel: Die Rcformbewegung bis 1889.
zu sein. Nachdem bis zum 22. Oktober 1874, neben der Gesamt-zustimmung der Schweizer Verleger und Sortimentcr, von 101 ant-wortenden Firmen 88 (worunter 33 bedeutendere) bedingungslos zuge-stimmt, 9 einige Vorbehalte gemacht, 4 abgelehnt hatten, während 75(worunter 20 bedeutendere) Handlungen nicht geantwortet hatten, sandteder Vorstand unter dem genannten Datum eine entsprechende Erklärungdes Einverständnisses, aber auch der bindenden Verpflichtung, „unterFeststellung der zulässigen Ausnahmen dem Übel des Kunden-Rabattsentgegenzutreten", an die süddeutschen SortimentSbuchhandlungcn. Vonden 309 Sortimcntsfirmcn antworteten 220, und zwar 214 zustim-mend, 6 ablehnend. Jetzt beantragte der Vorstand auf der General-versammlung 1875 „im Interesse der Erhaltung eines soliden Sorti-mentsbuchhandels" die „Abschaffung des Kunden-Rabatts (ausgenommenim Verkehr mit Bibliotheken :c.)", und zur Durchführung dessen dieBildung einmal lokaler Vereinigungen — denn ohne eine durch Selbst-tätigkeit der Lokalvereine zu erzielende lokale Verständigung werde derVerein die Lösung der schwierigen Frage den Sortimcntern nicht in denSchoß schütten können — uud sodann auf ihrer Grundlage die Bildungeines „umfassenden Anti-Rabattvcreins", beides unter Förderung seitensdes Süddeutscheu Buchhändlcrvercius. Der Antrag wurde angenommen;aber nur für Baden und die Pfalz kam, im September 1875, durch JosephBielefeld, ein Anti-Rabattvercin (der Badisch-pfälzische Buchhäudlcr-vcrbcmd) zu Stande, während Württcnberg und Bayern unthätig blieben.
In der Generalversammlung des Jahres 1876 rief Dctloff nocheinmal zur That auf. „Es ist heute der letzte Versuch, den ich mache,Sie für die Sache zu gewinnen; ich darf sagen, das Mcinige habe ichredlich und erschöpfend gethan, mit Wort und vorbereitender That."Als aber endlich im Juli 1878 ein erster praktischer Schritt auf derBahn der Reform in Stuttgart gcthau wurde, hatten sich inzwischenbereits andere, folgenreiche Ereignisse im Fortgange der Geschichte desDeutscheu Sortimcntcrvcreins abgespielt; mit ihnen treten wir unmittel-bar in den Vorhof der Rcformbewegung im neuen Reiche. Das Ver-einsgeschäft war ja längst ins Wesenlose zerronnen, die „Mitthciluugcn"erschienen nicht mehr. Allein der Verein war damit nicht zu Grabegegangen, und sein Vorsitzender war Hermann Dominicus. Der Verein