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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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Eiscnacher Sortimentertag.

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gehender Einzelvercinbarung, jeder von Ostern unabhängige Termin fallein vielen Jahren entweder zu nah an Pfingsten oder zu nah an Ostern,hinsichtlich des letzteren Falles sei der Mittwoch vor der Hauptversamm-lung als Ende der Zeit, in der Mcßagio gewährt werde, nicht aufrecht-zuerhalten; auf der Börse selbst abzurechnen, könne keinem Verlegeruntersagt werden. Die Mitglicdcrzahl des Deutschen Sortimcntervercinsbetrug zur Zeit der Generalversammlung des Jahres 1871 (7. Mai) 350.Als unterm 1. Juli 1876 ein neues Mitgliedcrverzeichniö versandt wurde,bemerkte ein Begleitschreiben des Vorstands: es sei daraus zu entnehmen,daß man nun stark genug sei; stark genug, umjeden Übergriff abzu-wehren" und dasRecht des Sortimenters gegen wen auch immer, zuvertheidigen", wenn man einig sei. Zunächst wandte man sich noch,wie bisher, in Cirkularen an die Verleger, so unterm 1. Dezember 1876an diejenigen unter ihnen, welche gewisse Artikel nur gegen bar lieferten,und vor allem gegen die, von denen Barartikcl mit weniger als 33 ^ "/<>rabattiert wurden. Nach der Angabe des Cirkulars betrugen die Bar-pakete fast die Hälfte des gesamtbuchhändlcrischcn Umsatzes.Würdensich die Baarpackete steigend mehren, wie in den letzten Jahren, sodaß es dem Sortimentcr unmöglich würde, sein Geschäft in der bis-herigen Weise fortzuführen, so bliebe nur ein Weg die Principiendes französischen und englischen Buchhandels anzunehmen baar gegenbaar. Vielleicht würden sich die Sortimentcr gar nicht so schlecht dabeistehen, denn mit dem Anfhörcn der Novascndungen und der Ansichts-sendungen an das Publicum würden sich auch die Spesen des Sorti-mcnters, die zu dem geringen Verdienst des Sortimenters in gar keinemVerhältnisse stehen, sehr vereinfachen aber die Einführung dieserPrinzipien würde eine schwere Schädigung der ganzen deutschen Literatursein. Deutschland hat keine so reichen Büchcrkäufer wie England undFrankreich; Deutschland hat kein London und Paris , die ganze Auflagenabsorbircn, Deutschland hat keine Colonien. Nur die bisherige Organi-sation des deutschen Buchhandels hat denselben zu dem ersten der Weltgemacht und wir sprechen es mit Stolz aus der Bienenfleiß desSortimcnters hat wesentlich dazu beigetragen. Wir halten fest an derbisherigen Organisation des deutschen Buchhandels." Dann aber be-stimmte den Vorstand dieernste Lage des Sortimentsbuchhandels",einen Allgemeinen deutschen Sortimentertag einzuberufen (1. Mai 1878).