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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Enquete-Kommission. Erste Delegierten-Konferenz. 519

wiegend jenen Forderungen als Sortimenter wohlwollend gegenüber-standen, von dem Vorgehen Einzelner allerdings keinen großen Erfolgerwarteten, aber bereit waren, sich einer zu Stande kommenden größerenVereinigung anzuschließen. Die Kommission stellte die in den einge-gangenen Berichten vorherrschenden Ansichten schließlich in folgende Forde-rungen zusammen:

Reformierung des Börsenvereins an Haupt und Gliedern, ncuneutlich:

1. Organische EntWickelung des Vereins zu einem kräftigen, mit allenMitteln einer gedeihlichen Wirksamkeit ausgerüsteten buchhändlc-rischen Gemeinwesen durch Erweiterung seiner Aufgaben und derGrenzen seiner Gültigkeit;

2. Schaffung einer starken Centralgcwalt an der Spitze des Vereinsdurch bedeutende Erweiterung der Machtbefugnisse des Vorstandes;

3. Errichtung einer aus Wahlen hervorgegangenen Körperschaft, welcheals ständiger Ausschuß zur Mitwirkung bei wichtigen Angelegen-heiten dem Vorstände zur Seite steht;

4. Schlicßliche Prüfung und Entscheidung des Vorstandes, eventuellunter Mitwirkung des ständigen Ausschusses und der Provincial-vereine darüber, wer zu den Unsrigen zu zählen ist und wer nicht;

5. Bestimmungen, welche die Mitgliedschaft für jeden Buchhändlerzur geschäftlichen Nothwcndigkeit machen."

Das Reformwerk, wie es sich aus der Weimarer Konferenz gestaltethatte, war gestellt auf den Unterbau der Kreis- und Ortsvereine. Alsdie Enguctekommission ihre Thätigkeit aufnahm, bestanden neben demVerein der deutschen Sortimcntsbuchhändler sieben Kreis- und vierzehnOrtsvcrcine. Infolge der Weimarer Anregung stiegen bis Anfang Mai1879 jene auf 13, diese auf 16. Dabei war aber besonders bemerkens-wert, daß, nachdem in Weimar das Zeichen zum Beginn einer auf dieVereine aufgebauten Reform gegeben war, im Unterschiede zu dem altenSortimenterverein schon zu Beginn des Jahres 1879 die Vereine aussich heraus zu einer organischen Generalvertretung zusammenwuchsen, umdas Werk in der That von ihrer Seite und nach ihrem Interesse mitNachdruck zu befördern.Nur durch Vereinigung und einheitliches Vor-gehen der Provincialvereine ist eine beförderliche Abhilfe der von Leipzig aus immer intensiver wirkenden, den deutschen Buchhandel in seiner Gc-sammtheit so sehr schädigenden Einflüsse denkbar." Das vom Vorstand