520 12. Kapitel: Die Reformbcmcgung bis 1889.
des Schweizerischen Buchhändlcrvcrcins auf einen Beschluß vom 23. Fe-bruar 1879 hin unterm 8. Marz versandte Rundschreiben, das diesenGrundgedanken aussprach, lud die ihm bekannten Kreis- und Ortsvercincein, zur künftigen Leipziger Messe Delegierte abzusenden, die gemeinsamdie Traktandcn der Kantatevcrsammlung vorzubcratcn hätten. Man be-absichtigte damit eine dauernde Institution zu begründen: es schien an-gezeigt, daß von den neuen Statuten in das feste und organische Instituteiner „Dclcgirtenconfcrcnz" der buchhändlerischcn Vereine ganz Deutsch-lands statt, wie bisher, in das Aggregat der „zufallig zusammengewürfeltenCantatcversammlung" der Schwerpunkt des Börscnvercins verlegt werde.Und man wollte zu diesem Punkte und andern Punkten der zu er-wartenden Statutenkommission Direktiven mit auf den Weg geben. Inder That fand diese „Erste Dclegirten-Eonfcrcnz" am 9. Mai 1879 inLeipzig statt; die Direktiven waren in den inzwischen aufgestellten fünfPunkten der Enquctckommission gegeben. Fchr aus St. Gallen alsDelegierter des Schweizerischen Vereins und Alterspräsident der Ver-sammlung eröffnete diese erste Delegiertenkonferenz. „Der Buchhandelist krank . . Der Mensch kann alles, was er will, und wenn er sagt,ich kann nicht, so will er nicht . . Keine Scheidung zwischen Süd undNord, keine Scheidung zwischen Verlag und Sortiment."
So lag nun der Kantatevcrsammlung 1879 nicht nur der allge-meine Antrag des Vorstandes auf „Anerkennung der Nothwcndigkeiteiner Abänderung des Statuts", sondern zugleich der Antrag auf Re-formicrung des Börscnvercins im Sinne der fünf Thesen der Enguctc-kommission vor. Die Versammlung erhob beide Anträge zum Beschluß;die Beratung des neuen Statuts wurde einer vom Vorstand des Börsen-Vereins im Einverständnis und unter Mitwirkung der Provinziell- undgrößern Lokalvcrcine zu wühlenden „Eommission für die Revision desStatuts des Börscnvercins" übertragen.
Ihre Direktiven hatte die Kommission mitbekommen. Ihnen zufolgen, waren aber ihre Mitglieder durchaus nicht alle gewillt.
Die „Kommission für die Revision des Statutes des Börsen-Vereins" setzte sich zusammen aus den drei Vorstandsmitgliedern desBörsenvcrcins Wilhelm Hertz (Vorsteher), Hermann Bühlau undHermann Hacssel; dem bisherigen Vorsteher Adolph Enslin; den Dele-gierten von fünfzehn Kreisvercins- und acht Ortsvereincn, unter ihnen