Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
533
Einzelbild herunterladen
 

Kommissionär-Erklärung. Kampf um die Stimmvertretung.

533

der Bestimmung über die Stimmübertragung in der That das ganzeStatut in Frage gestellt war, vor allem kraft des Widerstandes desLeipziger Buchhandels unter Führung von Eduard Brockhaus . Es warenkeineswegs nur Sortimcnter, die für die Stimmübertragung eintraten,und in den drei großen buchhändlerischen Hauptplätzen standen die Ver-leger Stuttgarts ganz auf Seite der Stimmübertragung. Der Führerder Leipziger Verlegererklärung Dr. August Schmitt (B. G. Teubner )und der Vorsitzende des Ausschusses, der den Statutenentwurf aufgestellthatte, Dr. Eduard Brockhaus, waren die Sprecher Leipzigs . Wie dieLosung des Sortiments war: Alles für das Sortiment, alles durchdas Sortiment, so konnte man in Kürze als die Losung Teubners be-zeichnen: Alles für das Sortiment, nichts durch das Sortiment, und alsdiejenige von Brockhaus : Nichts für das Sortiment, alles für den Buch-handel. Gerade von der Firma Teubner war in Leipzig die freie Ver-einigung der Verlegcrwelt zum Schutze gegen die Schleudern ausgegangen;aber zwei der Leiter der Teubncrschen Firma verwarfen im Interesse desVerlagsbuchhandels die Stimmübertragung als das Werkzeug eines derfreien Verlegervcreinigung gegenüberstehenden sortimenterischen Zwangs,das Werkzeug einer Machtverschiebung zum Nachteil der Verleger, der denganzen Einfluß aus den Händen des Kreditgebers in die des Kredit-nehmers lege, der mit großen Ansprüchen auftrete und sie auch leichterdurchsetzen könne. Wie sie, so befürchtete Brockhaus den Mißbrauch derStimmübertragung zu Agitationszweckcn, der infolge des ziffernmäßigenÜbergewichts jederzeit zu Gunsten der Sortimenter ausfallen müsse.Der Zweck des BörscnvcreinS, erklärte Brockhaus, sei die Vertretungderallgemeinen Interessen" des Buchhandels, nicht aber der Interessennach einer Seite hin, folglich auch nicht der, den Sortimentshandel zuerhalten. Zur Wahrung der besondern Interessen der Verleger undder Sortimenter seien Verleger- und Sortimentcrvereine gegründet. Wiedie Verleger Leipzigs, so diejenigen Berlins , vertreten durch CarlMüller-Grote. Dem Widerstande des von Leipzig und Berlin ver-tretenen Verlagsbuchhandels weichend, beschloß man, in der Haupt-versammlung die Übertragung statt von zwanzig, doch wenigstens vonsechs Stimmen Abwesender auf ein persönlich abstimmendes Mitgliedzu beantragen.

Zum Nachfolger im Amte des Börsenvereinsvorstehers wurde Adolph