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Schulze-Gaevernitz.
h e i t" und führt durch Hervorhebung allgemein wirkender (demgesamten europäischen Kapitalismus gemeinsamer) Kausalien zumTypus Zentralnotenbank hin. Der Verfasser will „den histo-rischen Zusammenhang von theoretischen Begriffen nachweisen". Esgeschieht dies durch Darstellung des typischen Verlaufs. Als typische,überall mehr oder minder wirkende Kausalien hebt der Verfasserfolgende hervor: i. Privatwirtschaftliche Tendenzen: der spekulativeAugenblicksgewinn tritt zurück gegenüber dem „Prinzip der Werk-fortsetzung". 2. Volkswirtschaftliche Tendenzen: die gesellschaftlichenOrganisationen werden für den Verlauf des Wirtschaftslebens ent-scheidender gegenüber rein privatwirtschaftlicher Gewinn- und Ver-lustrechnung des Frühkapitalismus. 3. Politische Tendenzen zweierleiArt: a) der nationale Gedanke, gipfelnd im Imperialismus und „Neo-merkantilismus" der Gegenwart; b) der demokratische Gedanke,gipfelnd über den formalen Liberalismus hinaus in der „konstruktiven",inhaltlich bestimmten Demokratie. So „entsteht" der Typus derZentralnotenbank: Eine staatssozialistische Organisation mit demletzten Ziele der „Konjunkturregulierung". Unter Berufung auf Marxwird Marxens Schema bewahrheitet und widerlegt: „Die sozialistischen Gebilde, die in Übereinstimmung mit den Marxschen Prophezeiungenentstanden sind (z. B. die Zentralnotenbank), üben einen selbständigenEinfluß auf die Gesamtentwicklung aus („verhindern" z. B. Krisen).Marx behandelt aber nur die Einflüsse der alten kapitalistischen Insti-tutionen und läßt diese die Gesamtentwicklung so lange allein beein-flussen, bis der dialektische Umschlag kommt. Durch seine erfülltenProphezeiungen entstehen Hindernisse für die Erfüllung der anderen.Die gesteigerten Aufgaben der Zentralnotenbank sprengen den erst-gebildeten Begriff der Notenbank und führen zum Begriff der Zen-tralbank.
Die große Bedeutung des relativ Historischen erlaubt es, dasselbein einer besonderen Disziplin zu sammeln: „AllgemeineNatio-nalökonomie". Sie geht aus von den natürlichen Voraus-setzungen alles Wirtschaftslebens: Natur und Bevölkerung, faßt sodanndie ursprüngliche und stets wiederkehrende wirtschaftliche Grund-tatsache aller Wirtschaft ins Auge — Sachgüterbeschaffung — undzerlegt diesen Vorgang in eine Anzahl von Grundbegriffen, anknüpfendan die gemeinsprachliche Bedeutung der „Grundworte". Solche Be-griffe sind: Bedürfnis, Arbeit, Werkzeug, Gut, Güterherstellungund Güterverbrauch. Sie sind teils technischer, teils psycho-logischer Herkunft, zunächst Gattungsbegriffe, nicht Typen. Sieinteressieren den Nationalökonomen nur insofern, als sie Vorgängebezeichnen, welche wirtschaftlich, d. h. für die Befriedigung des ge-