Druckschrift 
Wirthschaft und Mode : ein Beitrag zur Theorie der modernen Bedarfsgestaltung / Werner Sombart
Entstehung
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Verlag von J. F. BE KGMANX in Wiesbaden .

Georg Heinrich Barkhausen.

Tagebuch

eines R h e i n b u n d - O f f i z i e r s

aus dem

Feldzuge gegen Spanien

und während

spanischer und englischer Kriegsgefangenschaft.1808 bis 1814.

Herausgegeben von seinem Enkel.

Preis M. 3. .

Das verflossene Jahrhundert ist für unser Vaterland so reich an Umwälzungengewesen, wie wohl kein früheres. Das alte Heilige Römische Reich Deutscher Nation,das durch die aus ihm erwachsende, schiefe Weltanschauung fast ein Jahrtausendlang mehr Hemmniss, als Förderungsmittel deutschen Wesens war, wurde im Beginnedes Jahrhunderts zu Grabe getragen, als einziges Erbe eine Zeit tiefster ErniedrigungUnterlassend. Der hieraus erwachsenen begeisterungsvollen Erhebung folgte einegerade die Besten enttäuschende Zeit scheinbaren Niederganges, eine Zeit jedoch, vonder wir heute erkennen, dass sie in Wahrheit eine solche innerer Einkehr und derSammlung war. Sie hat uns als Krone langer Arbeit im Stillen, ein neues Reichunter dem ersten wirklich deutschen Kaiser gebracht, von solchem Glanze, wie ihn dietrauernde Sage des versinkenden Mittelalters, und der Traum des nur schüchternwieder hervortretenden Deutschthums der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts nichtgeschaut haben.

Und in so kurzer Zeit hat sich dieser Wandel vollzogen, dass sein Eindruckdurch Ueberlieferung zum Enkel und Sohne und durch eigenes Erleben dem heutereifen Geschleckte lebensvoll vermittelt ist; in jeder Familie leben die oft hartenGeschicke des Grossvaters in lebendiger Erinnerung, und ihre Kenntniss trägt bei zurErhöhung der Freude und des Dankgefühls.

Wir sind aber nun auf dem Punkte angelangt, wo diese lebenswarme Einwirkungder Entwickelungszeit auf das Fühlen des Einzelnen beginnt aufzuhören, wo also auchdas Bewusstsein vergangener Leiden als Grundlage dankbarer Anerkennung des gegen-wärtigen Guten schwindet, und da erscheint es Pflicht zu sein, dem lebenden unddem kommenden Geschleckte die Einführung in die Welt der Gedanken unserer Väterzu vermitteln.

Dieses Gefühl hat den Anlass gegeben, das hier vorliegende Tagebuch einesOffiziers des 1808 durch Napoleon vom Rheinbunde verlangtenRegiments des Princesauch weiteren Kreisen zugänglich zu machen, wobei Eigenart und Frische der Dar-stellung durch unveränderte Wiedergabe oder Briefe gewahrt worden ist.

Diese Schilderungen geben, mit einem im Verhältnisse zu der noch geringenLebenserfahrung des beim Ausmarsche 24 Jahre alten Offiziers und zu dem engernGesichtskreise damaliger Bildung bemerkenswerthen Ernste niedergeschrieben, einlebendiges Zeitbild, und werden so, von der pietätvollen Hand des Enkels zusammen-gestellt, allen denen einige Anregung gewähren, welche es lieben, bis ins Kleinste ge-treuen Schilderungen aus der Vergangenheit nachzugehen, um in der Beziehung desJetzt und des Einst ein Mittel zur richtigen Werthschätzung der Vorgänge der heutigenWelt zu gewinnen.