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Sie äußert sich schon 178g bei den Wahlen zu den General-ständen und kommt endlich 1793 zur vollen Entfaltung,
Wenn Sie die „Lalu<zr8" mit ihren „vol^ness" aus demJahre 1789 durchblättern, jene Wunschzettel, die die Wählerihren Vertrauensmännern zu übergeben pflegten, insbesonderedie aus Paris und Lyon, so finden Sie darin schon einenganz eigentümlichen Ton, der mit der offiziellen Honigmond-stimmung der Ballbausmänner wenig harmonierte. Manknüpft an die herrschende materielle Not an — es war ein böserWinter gewesen, der von 1788 auf 1789 — und klagt, daß siedurch eine freie Konstitution nicht gemildert werden könne,„Die Stimme der Freiheit verkündet nichts dem Herzen einesElenden, der vor Hunger stirbt," Man verlangt schon Brot-taxen uud Beschäftigung; Unterdrückung der Sonntagsruheund der Festtage! Und wie dann diese Stimmung in denReden und Schriften Marats wiederkehrt, weiß jedermann.Der ,>H,mi <Zu ?LuxIs" eifert gegen die „Aristokraten" und willdem „?suxlo" dienen. Man kommt zur Einsicht, daß der großenMasse der „Armen" Freiheit und Gleichheit nichts nützen;uud Marat folgert daraus: „die Gleichheit der Rechte führtzur Gleichheit der Genüsse, und erst auf dieser Basis kannder Gedanke ausruhen." Dann kommen die Taxen, kommtdas „Maximum". Aber, frage ich Sie, ist darum diese Be-wegung eine proletarisch-sozialistische? Konnte sie es auchnur sein? Sehen wir uns doch nur ihre Träger an!Die Hauptsitze der demokratischen Unterströmung sind, wiebekannt, Lyon und Paris , In Lyon finden wir aller-dings ein Proletariat, das Proletariat der Seidenindustrie.Wir haben eine Statistik für die Zeit des Jahres 1783/89;damals gab es in der Lyoner Seidenindustrie 410 waZtrssmarotiauäs t^brickiits, 4202 insitros ouvrisrs, 1796 compaAnoiisund ca. 40000 sonstige Arbeiter beiderlei Geschlechts. Hiermüssen wir also ohne Zweifel schon stark proletarischeInteressen und Instinkte vermuten; jedoch werden sie ver-hüllt von dem eigentümlichen Charakter der Lyoner Seiden-