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Heute vollzieht sich dieser Umwälzungsprozeß besondersschnell, dadurch, daß die von der Bourgeoisie erzeugten un-geheuern Produktivkräfte dieser über den Kopf wachsen undauf der einen Seite die Existenzbedingungen der bestehendenkapitalistischen Gesellschaftsordnung rasch verschlechtern, aufder anderen die Existenzbedingungen schaffen für eineGesellschaft ohne Klassen auf der Basis gesellschaftlicherProduktion und gesellschaftlichen Eigentums an den Pro-duktionsmitteln (diese Formulierung findet sich ebenfallsnoch nicht ini Kommunistischen Manifest, wo schlechthinvon „Aufhebung des Privateigentums" die Rede ist, sondernzuerst zwei Jahre später in der Geschichte der Klassen-kämpfe in Frankreich ). Jenes äußert sich in den Krisen,in denen sich die Gesellschaft „plötzlich in einen Zustandmomentaner Barbarei zurückversetzt" fühlt, und in der Er-scheinung des Pauperismus, worin offen hervortritt, „daßdie Bourgeoisie unfähig ist, noch länger die herrschende Klasseder Gesellschaft zu bleiben und die Lebensbedingungen ihrerKlasse der Gesellschaft als regelndes Gesetz aufzuzwingen.Sie ist unfähig zu herrschen, weil sie unfähig ist, ihremSklaven die Existenz selbst innerhalb seiner Sklaverei zusichern, weil sie gezwungen ist, ihn in eine Lage herabsinkenzu lassen, wo sie ihn ernähren muß, statt von ihm ernährtzu werden." Die Existenzbedingungen der neuen Gesellschaftaber (auch dieser Gedanke wird im Kommunistischen Mani-fest nur angedeutet und ist erst später, insbesondere durchEngels , entwickelt worden) werden geschaffen durch dieenorme Steigerung der Produktivkräfte uud die damit Handin Hand gehende „Vergesellschaftung des Produktionspro-zesses", d. h. Verschlingung und Verknüpfung der einzelnenProduktionsakte, Uebergang zu kooperativem Betriebe :c.
Die wichtigste Konsequenz nun für unsere Frage ist diese:die ökonomische Umwälzung findet ihren spontanen Ausdruckin Klassengegensätzen und Klassenkämpfen: diemoderne „soziale Bewegung", d. h. die Bewegung des Prole-