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Einleitung
an und führte es als König Wilhelm I. trotz des leidenschaftlichenWiderspruchs der Volksvert r etungen gl üMch.^duxA. So schuf erfür den größten Staatsmann des Jahrhunderts, den er sich an dieSeite stellte, das Werkzeug zur Durchführung einer großartigenPolitik. Was wäre aus Preußen geworden, wenn es in dieschweren Kämpfe um die Einigung Deutschlands und die Wieder-errichtung des Reiches mit dem Heere von 1850 hätte eintretenwollen? Das rechtzeitig erneuerte und verstärkte allein war im-stande, dem unheilvollen Dualismus in Deutschland ein Ende zumachen und die feindselige Nebenbuhlerschaft Frankreichs siegreichzu überwinden. Alle Einheitsschwärmerei und alle moralischenEroberungen hätten das neue Deutsche Reich von 1871 ohne einwaffenstarkes und den Anforderungen der Zeit gerüstetes Preußennimmermehr aufgerichtet. Durch die Schärfe des Schwertes, nichtdurch die Schärfe des Geistes ist am Ende der Traum allerDeutschen verwirklicht worden.
Tann folgte auch ein materieller Aufschwung, der durch seineSchnelligkeit Bedenken erregen kann; denn er mehrt das Gefühlder Sicherheit und das Streben nach Genuß. Beide sind denVölkern in der Geschichte immer gefährlich gewesen. Nur solangedie Förderung des kriegerischen Geistes bei ihnen gleichen Schritthielt mit der allgemeinen Kulturentwicklung, haben sie einen festenStand in der Geschichte behauptet.
Diesen Gang der Dinge in großen Zügen darzulegen unddem Gedächtnis des lebenden Geschlechtes einzuprägen, ist derZweck der nachfolgenden Arbeit. Sie soll nicht nur zum Studiumder Kunst des Krieges anregen, sondern vor allen Dingen denSinn für das kriegerische Leben der Nation in weiten Kreisen aufkraftvolle Betätigung hinweisen. Dies ist notwendig, wenn demverflossenen für Deutschland so glänzend abgeschlossenen Jahr-hundert ein neues ebenso rühm- und ehrenvolles nachfolgen soll.