Druckschrift 
1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
Entstehung
Seite
47
Einzelbild herunterladen
 

Niederlage der Sachsen . Auerstedt

47

zu haben. An entscheidender Stelle aber traten sie vereint undüberlegen auf. Die Verluste waren schwere. Sie sind auf preußischerSeite, wegen der nachfolgenden Auflösung der Armee, nicht fest-zustellen. Auf französischer kennt man sie bis jetzt nur von einigender beteiligten Truppen. Danach kann man sie auf 6000 Mannveranschlagen.

Die Schlacht von Auerstedt

(S. Skizze 4)

Die Hauptarmee setzte sich am 14. Oktober um 6 Uhr indichtem Morgennebel in Bewegung. Der Herzog von Braunschweig wollte die Enge von Kösen a./Saale durch eine starke Vorhut be-setzen, zugleich die Unstrut überschreiten,womöglich über die Saale bei Weißenfels oder Merseburg kommen und dem Feinde Batailleliefern."

Die Vorhut sollte an Stelle des Herzogs von Weimar Blücheraus den leichten Truppen und zahlreicher Kavallerie neu zusammen-setzen. Allein die Truppen waren zum Teil erst in der Nacht undgegen Morgen eingetroffen, lagerten irgendwo an der Straße undvermochten das von Menschen, Fahrzeugen und Pferden voll-gepfropfte Auerstedt nicht rechtzeitig zu durchschreiten. Nur sechsSchwadronen mit einer reitenden Batterie trabten voraus. Zweivon ihnen wurden gleich rechts und links entsendet, die übrigentrieben feindliche Reiter bis Hassenhausen vor sich her und eiltenauch durch dieses Dorf hindurch. Jenseits des Dorfes wurden sievon Kartätschfeuer überrascht; die schnell auffahrende Batterie er-widerte dasselbe, vor ihr aber tauchten gleich darauf Jnfanterie-schützen und französische Chasseurs auf und drangen zwischen dieGeschütze ein. Nur zwei davon retteten sich. Warum die vierSchwadronen, die noch bei der Batterie gewesen, sie nicht heraus-hieben, ist unaufgeklärt.

Ein Unfall hatte die Schlacht eingeleitet. Bald danach nähertesich die Division Schmettau dem Schlachtfelde. Ihre 14 Schwadronenwurden vorgeholt. Indessen verwendete der an die Spitze desHeeres geeilte Herzog von Braunschweig 5 davon sogleich zuNebenzwecken, 2 andere ließ Blücher bei Poppel zurück, mit denihm noch verbleibenden 7 ging er gegen den Ranzenhügel nördlichHassenhausen vor. Dort stieß er auf eine feindliche Jnfanterie-linie, bemühte sich, noch mehr Kavallerie heranzuziehen, konnte aber