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die gleiche Richtung gewinnen und sich auf der geraden Straßenach Magdeburg vereinigen können. Aber auch darauf glaubte derKönig nicht mehr hoffen zu dürfen und traf die unglücklichste Wahl,die sich im Augenblicke treffen ließ, nämlich die auf Weimar . VonHohenlohes Niederlage hatte er noch keine Nachricht. Er wollte sichdaher mit ihm vereinigen, um den Kampf zu erneuern.
Wohl hielt das brennende und von Fahrzeugen versperrteAuerstedt den Abmarsch noch beträchtlich auf, doch auch des FeindesKräfte hatten sich erschöpft. Sie vermochten nicht mehr nachzudrängen.Nur die rührige französische Kavalleriebrigade, 8 Schwadronen, dieeinzige Reiterei, die Davout besaß, folgte bis Buttstedt und hielteine reiche Ernte an Gefangenen und Geschützen.
Daß Hohenlohe bei Jena geschlagen wurde, ist nicht zu ver-wundern; auch einem besseren Feldherrn als ihm wäre es nichtanders ergangen. Es hatte aber Kunst dazu gehört, auch dieSchlacht von Auerstedt zu verlieren. Gegen 50000 Mann mit230 Geschützen waren verfügbar gewesen, um Davout zu schlagen,der ihnen nur 27 000 mit 44 Geschützen entgegenstellte. Aber dieFührung hatte es fertig gebracht, im Kampfe selbst nicht nennens-wert stärker aufzutreten, als die Franzosen , ja an der entscheidendenStelle bei Hassenhausen — wenigstens an Infanterie — schwächerzu sein. Die großen Verluste des Davoutschen Korps, 258 Offiziereund 6794 Mann, sprechen dafür, wie tapfer die Preußen gefochtenhatten und wie nahe man dem Siege war. Wieviel diese verloren,ist aus denselben Gründen, wie bei Jena, nicht mit Sicherheitzu berechnen. —
Marschall Bernadotte, der früh mit Davout bei Naumburg ge-standen, war auf keinem der beiden Schlachtfelder erschienen. Von rechtsund links den Kanonendonner vernehmend, marschierte er entschlußlosüber Dornburg nach Apolda . Dort veranlaßte sein Erscheinen am Abenddie preußische Hauptarmee zum Ausbiegen am nördlichen Jlmufer.