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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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II. Der Krieg von 1306 und 1807

bereitete er seine Maßnahmen vor. Diese griffen weithin zurück,selbst die Garnisonen von Stettin und Berlin sollten nötigenfallsin Tätigkeit treten. Des Kaisers Energie und Arbeitskraft zeigtsich in diesem Augenblick auf voller Höhe. Nicht weniger als 29Dokumente, die er am 28. Januar allein aus seinem Hauptquartierbeförderte, sind erhalten geblieben.

Mehr und mehr befestigte sich der Glaube an BennigsensRückkehr zur Alle und damit der Plan bei ihm, rechts dieses Flussesvorzudringen, um gleich im Beginn der Operationen den Feind zuumgehen und von seinen rückwärtigen Verbindungen zu trennen.So hatte er es im Oktober mit den Preußen an der Saale getan.Bis zum 31. Januar war die Versammlung um Willenberg voll-endet. Voran in der Richtung auf Passenheim stand Murat mitseiner Kavallerie, hinter ihm Soult bei Willenberg, dem die Gardeund Augereau folgten, zur Rechten Davout bei Myszyniec . Linkssollte von Gilgenburg her Ney herankommen. Von Bernadotte,der weiter über Neumark auf Strasburg auswich, fehlten dieNachrichten.

Eines war aber doch anders als sonst in den Anordnungendes Kaisers beim Aufbruch zur entscheidenden Schlacht. Die Vor-gänge im Dezember, die Not seiner Armee hatten ihn unsicher ge-macht. Was er bis dahin nie getan, begegnete ihm jetzt. Erfürchtete für seine rückwärtigen Verbindungen, deren Schutz er sonstnur im entscheidenden Siege über das feindliche Heer gesucht hatte.Marschall Lannes mit der Kavalleriedivision Beker und der späterheranrückenden Division Oudinot blieb am Narew stehen, umWarschau zu schützen. Für Thorn sollte Lefebvre eine ähnlicheRolle übernehmen. Nur wenig über zwei Drittel seiner gesamtenKräfte führte Napoleon vorwärts und minderte dadurch sein An-recht auf einen großen Erfolg.

Am 1. Februar begann der Vormarsch.

Napoleon hatte richtig vorausgesetzt, daß sein Herannahen fürdie Russen das Signal zur Umkehr gegen Osten sein werde.Allein er ahnte nicht, daß ein Zufall diese Bewegung beschleunigenwerde. Der von ihm am 31. Januar an Bernadotte abgesandte Be-fehl, den Vormarsch der Armee auf dem äußersten linken Flügelzu begleiten ^ war in die Hände der Kasaken gefallen. Bennigsenerkannte daraus mit Klarheit die ihm drohende Gefahr. Sogleichließ er seine Divisionen in der Richtung auf Allenstein abrücken.