Einleitung der Schlacht. Augereaus Angriff 119
Eylau und nordwestlich davon der stehende Kampf hauptsächlich ineiner dröhnenden Kanonade fort. Nur bei der Walkmühle kam eszu einzelnen Zusammenstößen der von hüben und drüben vor-gehenden Abteilungen.
St. Hilaire und Augereau traten an, und es folgte die be-rühmte Katastrophe von Pr.-Eylau. Dichtes Schneegestöber setztegerade im kritischen Augenblicke ein, ein eisiger Nordwind bliesdabei den Angreifern entgegen und zwang sie, die Augen zuschließen. Die Richtung gegen den feindlichen linken Flügel gingihnen allmählich verloren. St. Hilaire zog sich rechts zu Davoutheran. Augereau irrte nach links vor das russische Zentrum ab.Die Artillerie sollte sie begleiten, blieb indes, angeblich durch eiuHindernis aufgehalten, wahrscheinlicher jedoch, weil die mattenPferde die Geschütze durch den tiefen Schnee nicht mehr vorwärtszu bringen vermochten, an der Bartensteiner Landstraße zurück.Sie sah sich bald sogar gezwungen, ihr Feuer einzustellen, denndie eigenen vorrückenden Regimenter schoben sich zwischen sie uuddie Geschützmündungen des Feindes hinein. Der rechte Flügelgeriet vor den linken. Die große Angriffskolonne wurde dainitenger gedrängt, tiefer und hilfloser. Vom Schneegestöber halb ge-blendet, stieß sie zunächst auf russische Infanterie, die aber nachrechts und links hin auswich und zur furchtbaren Überraschungder Franzosen die bis dahin unsichtbar gewesene große Batterie derMitte entschleierte. Gerade dann, in der verhängnisvollsten Minute,hörten die Schneewirbel auf. Dichte Kartätschgarben schlugen nunauf 80 Schritt Entfernung in die eng gedrängten französischenBataillone hinein. Die Flügel der Geschützlinie schwenkten gegensie herum, so daß sie sich nun vom feurigen Halbkreise umgebensahen. Wohl suchten sie sich noch zum Gefecht zu entwickeln, aberdie Gewehre versagten, da das Pulver auf den Pfannen durch denauf den Kleidern schmelzenden Schnee naß geworden war. Auchdie russische Infanterie nahm an der Abwehr teil. Die Wirkungdes russischen Feuers muß eine furchtbare gewesen sein. Zwarversuchten die Franzosen geradeswegs in die Geschützlinien einzu-dringen, aber dennoch war das Schicksal des Korps Augereau be-siegelt. Nach 20 Minuten hörte es auf, in den Listen der fran-zösischen Armee einen Platz auszufüllen. Der Marschall und beideDivisionskommandeure wurden außer Gefecht gesetzt. Nur Trümmerfluteten gegen Eylau um die Kirchhofshöhe zurück. Aus ihren