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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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Die Schlacht von Bauske

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splittert und rückte zudem in mehreren Kolonnen durch ein Ge-lände heran, in dem jede seitliche Verbindung äußerst erschwertwar. Eine derselben holte bis über Gräfenthal aus, eine andereging auf Mesoten vor. Die Hauptkräfte scheinen bei Zoden ge-blieben zu sein. Da entschloß sich der preußische Führer, seinemTemperament entsprechend, zum Vorstoße gegen die vereinzeltenfeindlichen Kolonnen. Ein kraftvoller Angriff sollte ihn aus seinerpeinlichen Lage befreien. Freilich wurde es spät, ehe es dazu kam,aber in kurzem Gefecht warf er erst die eine feindliche Abteilungam Kosakenkruge, dann die andere bei Gräfenthal mit Verlust zu-rück. Hünerbein war inzwischen in Bauske eingerückt.

Am 30. wurde die Offensive zu beiden Seiten der Aa nörd-lich fortgesetzt und der Feind unter neuen Gefechten amLautschkruge und beim Pastorat Sallgallen mit bedeutendemVerluste geworfen. Etwa 1400 Gefangene blieben an diesem Tagein preußischen Händen. Dennoch vermochte Dorck, durch dieSicherung des Belagerungsparks gebunden, seinen Sieg nicht soauszunutzen wie er wünschte. Essen war in Mitau eingerückt,Steinheil sollte bei Eckau stehen. Von beiden Seiten drohtealso noch Gefahr. Bis zum Morgen klärte sich jedoch auf,daß der Feind Eckau geräumt habe und zum Teil westlich nachdem Garossenkruge, zum Teil nach Dahlenkirchen abgezogen sei.Dadurch bekam Aorck mehr Freiheit, und er setzte am 1. Oktoberseine Angriffe fort. Die Avantgarde ging rechts der Aa gegen denGarossenkrug vor, wohin auch Hünerbeins Abteilung herangezogenwurde. Am linken Aaufer rückte Jorck selbst mit der Hauptmachtgegen Mitau vor. Dies führte zu dem heftigen Gefechte derAvantgarde bei Garosfenkrug, das erst mit Einbruch der Dunkel-heit endete, während Mitau bereits vom Feinde frei gefundenwurde.

Am 2. Oktober gedachte Jorck nun von dort her den Russenan der Garosse in den Rücken zu fallen; doch war der Krug nocham Abend vorher genommen worden. Es hatte daselbst nur einestarke Nachhut gefochten, und das preußische Korps fand die Gegnerbereits im vollen Rückzüge auf Riga . Einige hundert Nachzüglerwurden noch aufgegriffen. Die Preußen besetzten mit einer VorhutPeterhof und verblieben im übrigen bei Mitau , wo Aorck seineTruppen am nächsten Tage auf dem linken Ufer der Aa ver-sammelte, um ihnen Ruhe zu gönnen.