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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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Die große Armee von 1813

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wiedererstandenen großen Armee gleichfalls an. Die Aufbringungdieser Waffe machte jedoch die meisten Schwierigkeiten, und siewäre vielleicht überhaupt nicht zustande gekommen, wenn nicht derPferdereichtum Deutschlands dem Kaiser dabei ausgeholfen hätte.Außer den für den Feldgebrauch bestimmten Truppen wurde nochdie Aufstellung von Garnison - und Reservetruppen angeordnet,die zum Grenzschutz und zur Erhaltung von Ruhe und Sicherheitim Jnuern des Landes dienen sollten.

Die Errichtung dieses gewaltigen Heeresbaues konnte natürlichnur nach und nach vor sich gehen, und in vollem Umfange ister überhaupt nicht mehr fertig geworden. Denn so säumigdie Verbündeten auch bei ihrem Vordringen nach Westen waren,ließen sie dem Kaiser doch nicht die hinreichende Zeit. Die krie-gerischen Operationen begannen vor der Vollendung. Auch Ände-rungen in der Zusammensetzung und Führung der Korps tratenin der Folge mehrfach ein.

Seinem Plane entsprechend, von der unteren Elbe aus denAngriff zu eröffnen, befahl der Kaiser dem Vizekönige, nach Magde-burg abzurücken, sich dort am rechten Ufer aufzustellen und zuverschanzen, sowie überallhin die Nachricht zu verbreiten, daß erseinerseits zum Vorgehen wieder bereit wäre. Er fand jedoch inseinem Stiefsohn nicht den Mann, diesen Gedanken mit der nötigenEnergie zu verfolgen. Zwar ließ Eugen an der mittleren Elbe und Saale nur schwache Kräfte zurück und erschien am 21. Märzmit seinen Hauptkräften bei Magdeburg . Er führte sie sogar, nach-dem er zwei Tage darauf die preußische Kriegserklärung erfahrenhatte, in die vom Kaiser gewünschte Stellung vorwärts von Magde-burg hinein. Dort vereinigte er bei Nedlitz hinter dem sumpfigenEhlebach das 5., 11. und das Kavalleriekorps Latour, zusammen32 700 Mann. Nun zeigte sich auch, wie richtig der Kaiser ge-rechnet. Drüben hatten sich von Berlin her Wittgenstein, Jorck,Bülow und Borstell genähert, aber aus dem großen Hauptquartierder Verbündeten bereits den Befehl zum Linksabmarsch über dieElbe und zum gemeinsamen Vorgehen mit Blücher und der Haupt-armee erhalten. Die Meldungen über des Vizekönigs erneutenElbübergang brachten diese Bewegung sofort ins Stocken. UmBerlin zu decken, entschloß sich Wittgenstein zum Angriff. Dabeizeigte sich die Schwäche Eugens, der an die schwierige ihm vomKaiser aus der Ferne erteilte Aufgabe ohne Vertrauen auf eine