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IV. Die Befreiungskriege
glückliche Lösung gegangen war. Obwohl es seinen Gegnernnicht mehr gelang, die noch weit zerstreuten Truppen zu vereinigenund nur etwa 23 000 Mann zusammengebracht werden konnten,wich er doch vor diesen nach dem wenig bedeutenden Gefecht vonMöckern am 5. April wieder über die Elbe zurück. Dieser Erfolgsteigerte nicht nur die kriegslustige Stimmung in Norddeutschland,sondern er schuf auch Klarheit in der Lage der verbündeten Truppen.Als der Vizekönig sich gar entschloß, die bei Magdeburg geschlagenenSchiffbrücken wieder abzufahren, gewannen sie die Sicherheit, daßeine Offensive von den Franzosen einstweilen nicht zu befürchtensei. Sie hatten nunmehr die Freiheit der Bewegung für sich.Bülow und Borstell blieben vor Magdeburg , Wittgenstein mit denPreußen unter Jorck und den Russen unter Berg rückte nachKöthen und Dessau ab. Die Verhandlungen mit den Sachsen, diesich nach Torgau zusammengezogen, und deren Führer, GeneralThielmann, mit der Sache der Verbündeten sympathisierte, bliebenfreilich erfolglos. Die verbündeten Monarchen ließen es an ent-schiedenem Auftreten in bezug auf die Zukunft Sachsens fehlen,obwohl dessen König sich nach Regensburg begeben, sich damit alsozu Napoleon bekannt hatte. Auch ein Versuch gegen Wittenberg schlug fehl. Als Wittgenstein am 19. April erfuhr, daß Napoleon bei seinem Heere in Deutschland erschienen sei, rückte er näher anLeipzig nach Delitzsch heran und schob seine Vortruppen bis Halle a. S.Bülow, durch die Russen vor Magdeburg abgelöst, und Kleist vonWittenberg her vereinigten sich dort mit ihm. Inzwischen warvom schlesischen Heere Wintzingerode bei Leipzig eingetroffen undhatte seine Vorhut nach Merseburg vorgeschoben, so daß die Ver-bindung der beiden vorn marschierenden Heeresgruppen der Ver-bündeten damit hergestellt war. Streifparteien gingen über dieSaale hinüber. Wintzingerodes Korps zählte mit den Kosaken frei-lich nur 15 000 Mann. ,
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Blücher war von Breslau und Neisse aufgebrochen und hatteam 30. März Dresden erreicht. Auf dem Marsche nahm er den Kott-buser Kreis, der, ehemals zu Preußen gehörig, an Sachsen gefallenwar, sofort wieder für seinen König in Besitz. Dann richtete erseinen Weitermarsch auf Chemnitz . Scharnhorst befürchtete, daßdie Franzosen , wie 1806, von Hof her vorgehen und die Ver-