Aufstellung der beiden Heere am 21. Mai früh
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im ganzen 15 Kilometer langen Front standen somit 94000 Mannvereint, für die damalige Zeit eine geringe Stärke im Verhältnis zurAusdehnung. Dazu kam, daß ein Rückhalt für die ganze Linie fehlte.Am schwierigsten war die Verstärkung des von Natur schwachenrechten Flügels wegen der den Verschiebungen wenig günstigenGeländeverhältnisse.
Drüben stand Oudinot vor Miloradowitsch bei Binnewitz mit17 000 Mann, Macdonald zu seiner Linken bei Strehla mit 15 000,in der Mitte, Jorck und Kleist gegenüber, Marmont mit 19000Mann, auf den Höhen von Burk, Soult noch auf dem linken Ufer derSpree bei Nieder-Gurig mit 17 500 vor Blücher, hinter der Mitteder Linie vorwärts von Bautzen die Garde und das Kavallerie-korps, zusammen an 26000 Mann stark. So waren die Kräftein der Front fast gleich; doch kam auf französischer Seite vonlinks her Ney mit 64 000 Mann heran. Freilich stand davon dasschwache Korps Neynier noch weit zurück bei Hoyerswerda ; mehrals 50 000 Mann aber vermochte er auf das Schlachtfeld zu bringen.Der Kaiser begab sich mit Tagesanbruch auf die Höhen beiBautzen . Die verbündeten Monarchen erschienen um 3 Uhr frühbei Baschütz.
Der Kampf begann auf dem rechten französischen Flügel, woOudinot schon uin sechs Uhr früh in den Bergen von neuem an-griff und Miloradowitsch zurückdrängte. Dieser aber ward durchdie russischen Garden unterstützt, nahm die verlorenen Dörfer,Höhen und Gehölze wieder und ging nun seinerseits gegen Oudinot vor, dessen Bitten um Unterstützung der Kaiser beharrlich ablehnte,da er die Entscheidung nicht dort, sondern auf dem anderen Flügelsuchte. Hier, wie bei Groß-Görschen, blieb er seinem ersten Planetreu. In der Mitte der Schlachtlinie beschränkte der Kampf sichzunächst auf eine hinhaltende Kanonade, da der Kaiser Neys Ein-greifen abwarten wollte. Diesem Marschall ließ er durch einenGeneralstabsoffizier den 6 Kilometer hinter der Front gelegenen,weithin sichtbaren Kirchturm von Hochkirch als Nichtungspunktbezeichnen und den weiteren Befehl erteilen, um elf Uhr vormittagsbei Preititz zu sein.
Ney war in voller Frühe vorgegangen; langsam wich Barclayvor ihm zurück, und schon um 9^/„ Uhr näherte sich der Mar-schall dem ihm gegebenen Ziele; bald danach war Preititzgenommen, Barclay auf Baruth zurückgetrieben. Nun aber