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Boden nicht zu verlassen. Alles war für dessen Verteidigung ge-opfert worden, und diese Anstrengung durfte nicht noch einmalumsonst gewesen sein. „Verlieren wir in diesem Augenblicke dieBesinnung, so vertraut uns Österreich nicht, und wir gehen danndurch Kleinmut zugrunde," schrieb Gneisenau dem Staatskanzler.Seinem Könige aber hatte er schon früher einmal berichtet: „Imunglücklichsten Falle wird es ehrenvoller fein, in unseren eigenenProvinzen umzukommen, wie als Flüchtlinge mit einem unbedeu-tenden Truppenreste im fremden Lande umherzuirren." ZarAlexander, lebhaft zum Bleiben gedrängt, erkannte die politischenVorteile des festen Zusammenhaltens mit den Preußen auf deut-schem Boden und wies Barclay die Richtung auf Schweiduitz an.Das war ein wichtiger, an Folgen reicher Entschluß.
Am 26. Mai traf die südliche Kolonne bei Goldberg ein.Blücher war tags zuvor aufgefordert worden, dem nachdrängendenFeinde an der Katzbach womöglich einen Tag Aufenthalt zu be-reiten, und mit Freuden ergriff er die Gelegenheit zu einemglänzenden Streich, der schon weiter vorwärts bei Hainau an derSchnellen Deichsel fiel. Er legte am 26. nach dem Durchzugedurch das Städtchen mit seiner Reiterei den Verfolgern einenwirksamen Hinterhalt. Während seine Nachhut langsam an derLiegnitzer Straße vor der französischen Division Maison zurückging,stellten sich 22 preußische Schwadronen unter dem Oberstenv. Dolffs südlich derselben verborgen auf und blieben unentdeckt, bissie am Nachmittage um fünf Uhr überraschend gegen die rechte Flankeder nachfolgenden französischen Kolonne vorbrachen und über sie her-fielen, als sie sich eben für die Nachtruhe einrichten wollte. Bei-nahe die ganze Division Maison wurde im ersten Anprall gesprengt.Die Sieger machten 500 Mann zu Gefangenen, erbeuteten fünfKanonen und vernagelten eine Anzahl anderer, die stehen gebliebenwaren. Flüchtend stürzte die französische Infanterie in vollerVerwirrung wieder nach Hainau hinein. Dort verblieb sie den Tagüber, der auf diese Art von den Verbündeten wirklich gewonnenwurde. Der Verlust der Franzosen betrug nach ihrem eigenenGeständnis 1350 Mann. Wenn Blücher auch die einzelnen An-ordnungen zu dem Überfall seinen Generalstabsoffizieren und die