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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
Entstehung
Seite
283
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Stellungen am Schluß des Waffenstillstandes 283

Die schlesische Armee unter Blücher, jetzt noch aus dem preußi-schen Korps Jorck und den russischen von Sacken, Langeron undSt. Priest gebildet, 95 000 Mann mit 350 Kanonen bei Breslau ,Striegau und Landshut .

Die Nordarmee unter dem Kronprinzen von Schweden , be-stehend aus den russischen Korps Wintzingerode und Woronzow ,den preußischen von Bülow und Tauentzien, sowie der schwedischenArmee, 128000 Mann stark, bei Berlin und Spandau . Ihr ge-hörte auch Wallmoden an, der mit etwa 28000 Mann Davoutgegenüber an der Niederelbe stand. So kamen hier auf dem nörd-lichen Kriegsschauplatze an 156000 Mann zusammen. Da aberWallmoden und Teile des zu den Festungsbelagerungen bestimm-ten Korps Tauentzien ausfielen, so blieben nur 110 000 Mannmit 350 Geschützen im freien Felde verfügbar.

Die russische Reservearmee Bennigsens zählte zunächst nochnicht mit.

3. Zier Herbstfeldzug von 1(8^3

Am 15. August verließ der Kaiser Dresden, um sich nachSchlesien zu begeben, wo er den Anmarsch der Verbündeten zuersterwartete. Am 13. erfuhr er jedoch in Görlitz den Abmarsch einesgroßen Teiles der Russen und Preußen von Schlesien nach Böhmen und den Übergang der Österreicher auf das linke Elbufer. Daswar eine erste Enttäuschung in seinen Plänen, die Hoffnung schwand,daß ihm die feindliche Hauptarmee nahe genug kommen werde, umeinen überraschenden Schlag gegen sie führen zu können. Vorüber-gehend dachte er nun daran, über die auf dem Marsche befindlichenKolonnen herzufallen. Die nötigen Kräfte wurden dazu bereitgestellt.(S. Skizze 27.) Er selbst begab sich am 19. August nach Gabel aufböhmisches Gebiet. Allein die Erkundung der über Rumburg undZittau vorgehenden vordersten Truppen ließ ihn schnell erkennen,daß es schon zu spät sei, und daß der in Aussicht genommeneVorstoß zu einem Luftstoß werden müsse. Der Kaiser kam daherauf den ersten Gedanken zurück, sich nach Schlesien zu wenden unddort Blücher anzugreifen, der sich bereits regte. Am 20. Augustbefand sich Napoleon in Lauban .

Blücher hatte die bisherige Demarkationslinie schon vor Ab-