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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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286 IV. Die Befreiungskriege

südlich von Hainau ab. Getreu dem vereinbarten Programm wichBlücher am 22. noch weiter bis hinter die Katzbach aus, gefolgtvon Ney, Lauriston, Macdonald und der Kavallerie Latour-Maubourgs. Unwillig sah der Kaiser zu, wie sein erfahrener undentschlossener Gegner, dessen praktischer Scharfblick sich in diesenTagen so recht bewährte, ihm die Möglichkeit zu einem großenSchlage entzog. Er mußte es sich daran genügen lassen, ihm, zumalam 23. August in den heftigen Gefechten von Niederau undGoldberg, einen Verlust von einigen tausend Mann beizubringen.Am nämlichen Tage erhielt er eine Meldung St. Cyrs, daß dieVerbündeten von Böhmen in Sachsen eindrängen und daß Dresden bedroht wäre.

Nun blieb nichts übrig, als die Umkehr. Dresden durfte aufkeinen Fall verloren gehen. Zudem stimmte das Erscheinen derböhmischen Armee mit des Kaisers Wünschen überein. Es enthobihn der Notwendigkeit, tief nach Böhmen hineinzugehen, um sieaufzusuchen, was er sür bedenklich hielt. Sogleich standen seineEntschlüsse fest. Macdonald sollte mit dem 3., 5. und 11. Korpssowie dem 2. Kavalleriekorps die schlesische Armee weiter zurück-werfen und sie dann später in einer Stellung am Bober in Schach halten. Dort hatte er darauf zu achten, daß sie nicht etwa gegenOudinot abmarschiere, der im Begriffe war, gegen Berlin vorzugehen.Blücher zog am 23. nach kurzem Vorstoß, der ihn von der Über-legenheit des Gegners überzeugte, weiter bis hinter Jauer ab.Dort wollte er auf alle Fälle stehen bleiben; denn er nahm an,den Kaiser nicht mehr vor sich zu haben. Napoleon begab sichin der Tat am Abend nach Görlitz , um von dort aus seinen Zuggegen die böhmische Armee einzuleiten. Im befestigten Lager vonDresden wollte er ihr eine große Schlacht liefern. Ney, ohne seinKorps, begleitete ihn; die Garden, Marmont und die KavallerieLatour-Maubourgs kehrten nach Lauban um. Vandamme solltenach Dresden marschieren, Victor erhielt gleichen Befehl. Ponia-towski verblieb bei Gabel.

Die Schlachten von Dresden und Rulm am 26./27. und am29-/Z0. August ^5(S. Skizzen 29 u. 30)

Die Hauptarmee der Verbündeten, die anfänglich vergebensauf Napoleons Einfall in Böhmen gewartet, hatte inzwischen tat-