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IV. Die Befreiungskriege
Nucken der Verbündeten stehen. Von dort sollten die weiterenSchläge gegen diese erfolgen. Er wollte vor ihnen in Böhmen sein. Das versprach bei der unentschlossenen Haltung der Ver-bündeten die größten Ergebnisse. Vandamme mußte am 25. inder Richtung auf Königstein vorauseilen und sich dort mitSt. Cyrs Division vereinigen. Mein wieder trat eine Ände-rung ein. Napoleon war nicht mehr derselbe, der er bei Ulm ,bei Jena und Friedland gewesen. Die wenig zuversichtliche Stim-mnng St. Cyrs und ungünstige Meldungen eines von ihm abge-sandten Offiziers erfüllten ihn noch am Abend des 25. mit Sorgeum die Sicherheit von Dresden und bestimmten ihn, am 26. frühdorthin und nicht nach Königstein zu marschieren. Nur Vandammeblieb in der Richtung auf Königstein. Die dort stehende Divisionvon St. Cyr trat unter seinen Befehl. „Nicht ohne Bedauern"hatte Napoleon seine Absicht aufgegeben. —
Noch ehe der Kampf um Dresden ernsthaft geworden war,traf er mit den ersten Verstärkungen, der jungen Garde, ein undsandte sie an die bedrohtesten Punkte. Alte Garde und dieDivision Teste von Vandammes Korps, die sich schon bei Dresden befand, folgten nach. St. Cyr verteidigte mit einer Division dieRänder der Friedrichstadt zwischen der Elbe und der Weißeritz,mit der anderen die Vorstädte auf der Süd- und der Ostseite, mitder dritten den „Großen Garten ", der in der Mitte von einemstarken Verhau durchschnitten wurde. Er selbst nahm seine Auf-stellung an der steinernen Elbbrücke, um von dort aus die Schlachtzu leiten.
In fünf Kolonnen waren die Verbündeten gegen die Stadtvorgegangen: rechts Wittgenstein über Blasewitz und Striesen ,links neben ihm Kleist über Strehla gegen den Großen Garten,dann die Österreicher über Räcknitz und Planen und endlich auchzwischen Weißeritz und Elbe . Aber die ersten drei Kolonnen solltenüberhaupt nur demonstrieren und die beiden anderen auf demlinken Flügel die Vororte angreifen. Das übrige blieb in Reserve.Diese Anordnungen trugen den Keim des Mißerfolges in sich. Esglückte den 150000 Angreifern nicht, die 70000 Mann, welchedie Franzosen ins Feuer brachten, zu schlagen. Bei den einleitendenKämpfen vor den Verschanzungen waren die Orte Strehla , Planen,das Feldschlößchen und sogar der Große Garten bis zum Verhauhin in die Hände der Preußen und Österreicher geraten. Nur