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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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IV. Die Befreiungskriege

Die Schlacht von Dennewitz am 6. September ^8^3.sS. Skizze 34)

Inzwischen war, trotz Neys Führung, auch der zweite Vorstoßgegen Berlin gescheitert. Der Marschall war am 3. September inWittenberg eingetroffen, hatte dort die Korps Oudinot , Reynier,Bertrand und die Kavallerie Arrighis, rund 60000 Mann mit200 Geschützen, am rechten Elbufer vereinigt gefunden und ihnengegenüber die Nordarmee der Verbündeten. Diese bildete, etwa100 000 Mann stark, einen weiten flachen Bogen auf einen Tage-marsch Abstand um die Franzosen; Vortruppen waren bis aufeinige Kilometer an den Feind herangeschoben. Bei Zahna aufder Straße nach Jüterbog stand Tauentzien, der nach der Ein-nahme von Luckau dorthin herangerückt war.

Neys Auftrag war, sein Heer zunächst auf die Straße zu ver-setzen, die über Baruth nach Berlin führt, um sich dem von Hoyers-werda kommenden Kaiser zu nähern, der erst Luckau wieder nehmenund am 9. oder 10. September schon Berlin angreifen wollte.Für Ney war also Eile geboten, und am 5. September brach erauf; denn obschon Napoleon seine Pläne geändert hatte, war derMarschall ohne Gegenbefehl geblieben und über dem Hin und Hernach Bautzen und Dresden vergessen worden.

Neys Weg führte über Zahna ; er mußte also auf den linkenFlügel der Verbündeten stoßen und behielt diese drohend in seinerlinken Flanke. An den sichereren Weg hinter der Elbe entlang unddann über Herzberg nach Luckau scheint er nicht gedacht zu haben.

Bei Zahna verdrängte er unter lebhaftem Gefecht Tauentzien,der schwere Verluste erlitt. Am 6. September sollte der Marschfortgesetzt werden,dem Kaiser entgegen". Voran marschierte dasKorps Bertrand, das den Befehl erhielt, Jüterbog links zu lassenund den Marsch nach der Luckauer Straße einzuleiten. Das KorpsReynier sollte über Oehna auf Rohrbeck gehen, Oudinot bis Oehnafolgen. Ganz verständlich sind diese Anordnungen nicht. Denn derdirekte Weg nach Dahme , wohin Ney zuvörderst abrücken wollte,führt weiter südlich über Wendisch Linda/ und er muß auch damalsschon gangbar gewesen sein.

Der Kronprinz von Schweden hatte, durch Neys Vormarschaufgescheucht, seine Armee noch am 5. bei Lobesse zwischen Witten-berg und Niemegk versammelt, Bülow näherte sich noch in der