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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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IV. Die Befreiungskriege

Dieses sollte an Stelle von Dresden Hauptsammelplatz werden.In der Tat konnte er von dort aus sich mit Übermacht auf allesdas werfen, was der Feind über die Elbe gebracht hatte, und esarg zugerichtet über den Strom zurücktreiben, um sich dann, mitMurat vereint, der böhmischen Armee zuzuwenden.

Am 7. verließ Napoleon Dresden und ging über Meißen nachSeerhausen . Am 8. traf er bei Würzen ein, wo seine Armee sichversammelt hatte, aber ohne St. Cyr, der tags zuvor von Meißen aus den verhängnisvollen Befehl erhalten hatte, bei Dresden zubleiben. In Würzen ging dem Kaiser die Nachricht zu, Blücherstände mit 60000 Mann bei Düben . Sogleich erließ er die Be-fehle für den 9. Oktober zum konzentrischen Vormarsch dorthin,um ihn anzugreifen.

Blücher, tatsächlich 64000 Mann mit 330 Geschützen stark,war inzwischen in breiter Front langsam gegen die Mulde vor-gegangen; Kavallerie hatte den Fluß überschritten. Einige Zeitsollte der böhmischen Armee gelassen werden, näher heranzukommen.

Mit dem Kronprinzen von Schweden , der seinen Stromüber-gang vollendet hatte, wurde am 7. Oktober eine gemeinsameOperation auf Leipzig vereinbart, um das Vorbrechen der böhmischenArmee in das flache Land südlich davon zu erleichtern.

Am 8. Oktober leitete Blücher den Marsch auf Leipzig ein.Sein Heer ging an die Muldestrecke EilenburgBitterfeld vor,das Hauptquartier nach Düben . Rechts neben ihm, jenseits derMulde bei Jeßnitz und Dessau , stand die Nordarmee. Beide hattendie Front nach Leipzig gerichtet.

Ein Blick auf die Karte lehrt, daß der Kaiser mit großerÜbermacht in Blüchers linker Flanke stand, und daß zumal dasKorps Sacken, das Blüchers linken Flügel bei Mockrehna hielt,sich in großer Gefahr befand.

Über Napoleons Bewegungen hatte im Hauptquartier derschlesischen Armee bis dahin ein völliges Dunkel geherrscht. Jetztplötzlich erhellte es sich. Ein vom Ritte gegen das französischeHauptheer zurückkehrender Offizier brachte am 8. die Nachricht nachDüben, daß Napoleon von Dresden abmarschiert wäre und beiWürzen stünde.

Sogleich war Blücher entschlossen, die Schlacht südlich derElbe in seinem festen Lager von Wartenburg anzunehmen. DerKronprinz von Schweden sollte während des Kampfes dem Kaiser in