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stand seine ganze Armee, über 60000 Mann stark, westlich Leipzig znr Teilnahme an der Schlacht bereit.
Weniger tat der Kronprinz für die gemeinsame Sache, obschonihm Blücher die wichtige Nachricht sogleich mitgeteilt hatte. Zwargab er den Gedanken des Abmarsches hinter die Elbe jetzt auf,aber er ließ sich nicht bewegen, wie Blücher es wünschte und vor-schlug, geradeswegs über Bitterfeld auf Leipzig zu marschieren,sondern setzte sich — mit dem schwedischen Korps zur Rechten, mitdem preußischen Bülows zur Linken — hinter die schlesische Armee.So war er am 15. abends mit seinen 66000 Mann noch 40 bis50 Kilometer von Leipzig entfernt und konnte am folgenden Tagenicht eingreifen.
Um das Bild zu vervollständigen, muß noch erwähnt werden,daß auch von Bennigsens Reservearmee der größere Teil, 43 000Mann mit 148 Geschützen, bis Waldheim heranrückte, während nurder geringere und weniger brauchbare unter Tolstoy vor Dresden blieb, dort aber weiterhin die beiden französischen Korps 1. und 14.,Lobau und St. Cyr, fesselte. Napoleons Eigenwillen rächte sichbitter. Der Befehl zur Räumung Dresdens war noch gegebenworden, aber zu spät. Diejenigen französischen Kräfte, welche amehesten bereit gewesen wären, auf dem entscheidenden Schlachtfeldedas Gleichgewicht einigermaßen herzustellen, blieben fern. Ver-wegen drang er mit seinem viel schwächeren Heere in die Mittedes weiten Kreises vor, den 340000 Feinde um ihn bildeten.Ein Ausweg schien unmöglich, und wäre es auch für jeden Feld-herrn von gewöhnlichem Maße geworden — nur für ihn nicht.
Die Völkerschlacht
^6. Oktober ^3. ^. Tag(S. Skizze 38)
Am 16. Oktober früh begann er den Angriff. Murat hieltzunächst seine alte Stellung an der Pleiße zwischen Connewitz undMarkkleeberg mit dem 8. Korps und dem 4. Kavalleriekorps, beiWachau mit dem 2. und bei Liebertwolkwitz mit dem 5. Korpsund dem 5. Kavalleriekorps. Gegen Wachau rückte die Garde unddas 1. Kavalleriekorps, hinter Liebertwolkwitz das 9. Korps zumStoße heran. Das 11. sollte von Taucha über Seyffertshayn an