man jetzt schon die langen Heersäulen des französischen 11. Korpsund des 2. Kavalleriekorps gewahren, die von Norden gegen ihrenäußersten rechten Flügel herankamen. Die Verbündeten bereitetensich auf die Abwehr vor und besetzten auch das Niederholz zwischenSeyffertshayn und Liebertwolkwitz . Graf Pahlen stellte sich mitseiner Reiterei westlich dieses Ortes auf. Die Masse der Streit-kräfte Klenaus war noch nicht heran. Die Lage wurde ernst.
Napoleon hatte schnell erkannt, daß der gegen seine Südfrontgerichtete Angriff der Verbündeten sich viel zu weit, nämlich aufeine Linie von 9 Kilometer Länge, ausdehnte und daher über-all nur schwach sein könne. Das waren die für den Gegenstoßgünstigen Umstände, die kein anderer Feldherr so meisterhaft wieer auszunutzen verstand.
Schon hatte er seine rechte Flanke, das 8. Korps an derPleiße , durch eine Division des 9. verstärkt, um dort ganz sicherzu sein, und schon stand auch die Garde hinter dem 2. Korps beiWachau bereit. Die lange Geschützlinie zwischen dort und Liebert-wolkwitz hatte er erheblich vermehrt.
Inzwischen war am anderen Pleißeufer der Prinz von Hesseu-Homburg vor Connewitz eingetroffen, allein das dicht bedeckte Ge-lände erschwerte dort die Entwicklung der Übermacht. Die Artilleriekonnte fast gar nicht gebraucht werden; die Brücke war zerstört,und der Übergang gelang nicht. Er wurde weiter oberhalb beiDölitz versucht, glückte auch dort nicht, und das Vorschreiten kamins Stocken.
Die Lage der Truppen am rechten Pleißeufer bei Markklee-berg und Wachau aber forderte gebieterisch baldige Unterstützung.Die dem vorn kämpfenden Korps Meerveldt folgenden österreichi-schen Reserven waren daher aus der Marschrichtung aus Connewitzschon nach Städteln und Deuben abgebogen, wo der Übergangfrei war. Die preußisch-russischen Garden trafen bei Rötha ein.Meerveldts Truppen blieben allein am linken Pleißeufer zurückund führten den Kampf dort weiter.
Es war hohe Zeit gewesen, für die Unterstützung der Truppenam rechten Pleißeufer Sorge zu tragen. Um Mittag begann Na-poleons großer Gegenstoß. Macdonald nahm mit dem 11. Korpsden Kolmberg und warf die dort stehenden Österreicher auf KlenausHauptmacht zurück, die jetzt eben erst von Thräna heranrückte undSeyffertshayn besetzt hatte.