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IV. Die Befreiungskriege
Auch das 5. französische Korps war vorgegangen, hatte Liebert-wolkwitz wiedererobert und Gortschakow bis in das Oberholz zurück-geworfen.
Ein großer, von zahlreichem Geschütz unterstützter ReiterangriffMnrats gegen die Mitte der Verbündeten südlich von Wachaudurchbrach um 2 Uhr nachmittags deren Artillerie und gelangtebis Güldengossa, wurde dort aber von einem FlankenangriffePahlens aufgehalten. Die erschöpften Reitermassen fluteten dannwieder hinter Wachau zurück, ohne daß ihr vorübergehender Erfolgeinen entscheidenden Einfluß auf das Schicksal der Schlachtgeübt hätte.
Es folgte nunmehr der allgemeine Angriff des französischenlinken Flügels. Macdonald ging vom Kolmberge gegen das Nieder-holz und östlich davon gegen Klenaus Korps vor, das 5. franzö-sische Korps gegen das Oberholz, von zwei Divisionen der Gardeunter Mortier unterstützt. Auch das 2. Korps, von zwei anderenGardedivisionen begleitet, schloß sich der großen Bewegung an.Da alles davon abhing, daß nicht während derselben der rechteFlügel an der Pleiße eingedrückt und so auch die Front zum Auf-geben ihrer Erfolge gezwungen werde, hatte Napoleon am Nach-mittage noch eine Gardedivision nach rechts abrücken lassen. Andie so gebildete starke Flanke gelehnt, sollte die allgemeine Offensivein der Front die Verbündeten über den Haufen werfen.
Tatsächlich mußte auch Prinz Eugen von Württemberg nun-mehr bis nach Güldengossa zurückgehen. Dort erschienen endlichum 51/2 Uhr nachmittags die Verstärkungen — nämlich die preußisch-russischen Garden von Rötha her. Zu gleicher Zeit trafen dieösterreichischen Reserven bei Cröbern am Göselbach ein und brachtendem bedrängten Korps Kleist die ersehnte Hilfe. Der französischeAngriff kam zum Stehen. Auch dem S. Korps und den Gardengelang es am Ende nicht, die Mitte der Verbündeten zwischenGüldengossa und dem Oberholz zu durchbrechen, der umfassendelinke Flügel, das 11. Korps mit dem 2. und 5. Kavalleriekorps,machte nur geringe Fortschritte, als die früh hereinbrechende Dunkel-heit dem Kampfe ein Ziel setzte. Die Kürze des Oktobertages trugdazu bei, daß der entscheidende Sieg, der den Kaiser noch inzwölfter Stunde gerettet haben würde, ihm nicht beschieden ward.Der große allgemeine Angriff, die letzte gewaltige AnstrengungNapoleons , sein Schicksal zu wenden und die Herrschaft über