Sein halber Erfolg bleibt ohne Bedeutung
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Europa zu behaupten, war trotz vorübergehender Erfolge endgültiggescheitert. Die Kräfte seines Heeres hatten versagt, die Zahl undauch die größere Tüchtigkeit der Verbündeten das Übergewichtseines kriegerischen Genies ausgeglichen. Unzweifelhaft hatten seineFeinde von ihm gelernt. Er fand nicht mehr die alten Gegnervor sich.
Von Stunde zu Stunde mußten sich am folgenden Tage dieDinge für ihn ungünstiger gestalten, je zahlreicher Streitkräfte derVerbündeten herankamen, während ihm selbst keine Verstärkungenmehr zuflössen.
Der halbe Erfolg auf der südlichen Front ward überdiesvöllig durch dasjenige aufgewogen, was in seinem Rücken aus deranderen Seite von Leipzig vorgefallen war. Dort trat der Mannauf, den die Ereignisse seit sieben Jahren am meisten hatten wachsenlassen. Wieder war es die schlesische Armee unter Blücher gewesen,die den kräftigsten Schlag führte.
Die Schlacht von Möckern am ^6. Oktober 1.3^5
Gyulais Vormarsch am linken Elsterufer gegen das schwachbesetzte Lindenau ging nur langsam von statten. Marschall Ney,der in der Frühe selbst noch nicht bedroht war, hatte daher die Zeitgefunden, von seinem Heere das 4. Korps dorthin abzusenden, umden Widerstand aufzunehmen. Als Gyulais drei Kolonnen endlichvor der Stellung von Lindenau eintrafen, war der günstige Augenblicklängst verstrichen. Bertrand hatte den Ort bereits stark besetzt undempfing die Angreifer vollkommen vorbereitet. In der Mitte kames nur zur Kanonade gegen die französischen Linien, auf den beidenFlügeln zu etwas lebhafterem Gefecht. Die linke über Leutzsch anrückende Kolonne drang vorübergehend sogar in Lindenau ein,mußte das Dorf aber wieder räumen und sich fernerhin auf dieBeobachtung beschränken. Gyulai ging am Abend auf Markranstädt zurück, nur einige Bataillone den Franzosen gegenüber lassend.
So hatte sein Vorgehen nur den einen Nutzen gebracht, daßNey durch Bertrands Absendung sich selbst in dem Raume zwischenPartha und Elster nordwestlich von Leipzig nicht unerheblichschwächte.
Dort stand am Vormittage Marmont mit dem 6. französischenKorps in einer verschanzten Stellung zwischen Lindenthal und Wahren,