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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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Marmont von Dorck eingeholt und geschlagen

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feindliche Armee marschierte mit Schnelligkeit auf mich los; ihreKräfte schienen aus der Erde herauszuwachsen; sie vergrößerten sich imZusehen" berichtet Marmont. Von der Südseite Leipzigs dröhnteseit 9 Uhr vormittags rollender Kanonendonner herüber. Ingroßer Breite stiegen dort, deutlich sichtbar, die Dampfwolken desGeschützfeuers über dem Schlachtfelde auf. Kein Zweifel, daß derallgemeine Angriff gegen Napoleon im Gange war eine hoheGenugtuung für Blücher und Gneisenau, die dieses Ziel seit demEntschluß zum Elbübergaug unverwandt vor Augen gehabt hatten.Die letzten Bedenken, die das Ausbleiben der Nordarmee erregte,schwanden darüber völlig. Die Würfel waren gefallen. Blüchergab die Befehle zum weiteren Vorrücken auf Leipzig .

Jorck setzte alle seine Kräfte nach und nach bei Möckern ein.Fünf Angriffe gegen das Dorf wurden von den Franzosen ab-gewiesen. Endlich glückte es, bei einem von Dorck selbst geleitetenallgemeinen Sturm, Möckern zu erobern und so den französischenlinken Flügel einzudrücken. Der Feind wich auf Gohlis undEutritzsch zurück.

Inzwischen war Langeron , der Lindenthal unter leichtem Ge-fecht besetzt hatte, bei Wiederitzsch auf Dombrowski, Fournier,sowie die gleichfalls eintreffende Kavalleriedivision Defrance ge-stoßen und hatte den Ort nach ernsterem Kampfe genommen. Dannkam sein Vorgehen durch die Nachricht zum Stocken, daß vonNorden her noch eine lange französische Kolonne heranrücke. Eswar die noch immer fehlende Division Delmas des 3. Korps mitdessen Fuhrwesen. Sie griff alsbald in den Kampf ein, undLangeron wurde erst abends, als die Franzosen hinter Eutritzsch zurückwichen, Herr des Gefechtsfeldes.

Sacken war gegen Möckern ausgebogen, kam dort aber erstan, als Jorck den Kampf schon entschieden hatte, und St. Priestgelangte bis Lindenthal.

Ein bedeutender Erfolg war hier errungen worden, der Feindauf die Tore von Leipzig zurückgeworfen, Napoleons Heer aufengeren Raum beschränkt und der Freiheit der Bewegung wesent-lich beraubt, in seinem Rückzüge immer ernster bedroht.

Die Verluste waren freilich sehr große. Sie rührten auch densonst in Mser Hinsicht ziemlich unempfindlichen Gneisenau.DerSieg ist durch deutsches Blut teuer, sehr teuer erkauft" äußerteer beim Abreiten des Schlachtfeldes. Von dem vor der Schlacht