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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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IV. Die Befreiungskriege

der Mitte rückte Barclay mit den vereinigten Truppen von Gort-schakow, Pahlen, dem Prinzen Eugen von Württemberg und Kleistgegen Liebertwolkwitz und Wachau heran. Der Erbprinz vonHessen-Homburg wandte sich wiederum, an der Pleiße entlang,gegen Dösen und Dölitz. Die russisch-Preußischen Garden und dasGrenadierkorps folgten Barclay.

Von Norden kam nun endlich auch der Kronprinz von Schweden heran. Blücher hatte auf sein ausdrückliches Verlangen ihm sürdiesen Tag die russischen Korps Langeron und St. Priest abgetreten,um ihn zum Eingreifen auf der Nordostseite des ausgedehntenKampfplatzes zu bewegen. Das war gewiß ein Beweis von Selbst-losigkeit, wie die Geschichte deren nur wenige aufzuweisen hat; dennheute galt es ewigen Ruhm vor der Nachwelt zu erwerben, undwer möchte an solchem Tage nicht so stark als möglich sein. AberBlücher stellte das allgemeine Wohl hoch über das eigene Interesse,und die Geschichte hat ihn dafür belohnt. Sie sieht in ihm undnicht in Bernadotte den Helden von Leipzig . Dieser sollte mitseinem verstärkten Heere die Partha überschreiten und sich zwischendie schlesische und die böhmische Armee einschicken. Dort hatte er dannzu beiden Seiten der Tauchaer Straße gegen Leipzig vorzugehen,während Blücher mit den ihm verbleibenden zwei Korps zwischenGohlis und der Partha auf seinem bisherigen Gefechtsfelde dieStadt von der Nordseite angreifen wollte. Er und Gneisenauwaren der besten Hoffnung.Wenn nicht große Fehler gemachtwerden, sind wir Sieger" schrieb dieser an seine Frau.

Gyulai blieb am linken Elsterufer. Er sollte von Klein-Zschocher auf Lindenau vorgehen.

Im ganzen setzten sich 295 000 Mann mit 1466 Geschützenzum gemeinsamen Angriff in Bewegung.

Die Monarchen verfolgten ihn von der Anhöhe bei dem Vor-werk Meusdorf aus, die heute alsMonarchenhügel" bezeichnetwird und die eines der Denkmäler zur Erinnerung an die Völker-schlacht trägt.

Die Nordarmee hatte zunächst einen Flankenmarsch hinterBlücher her zu machen; auf ihre Teilnahme am Kampfe war erstim weiteren Verlaufe des Tages zu rechnen.

Südlich von Leipzig begann der Kampf schon am Morgen.Er nahm dort eine unerwartete Wendung. Der Prinz von Hessen-Homburg fand bei den Lösniger Teichen einen so heftigen Wider-