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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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IV. Die Befreiungskriege

verbunden war. (S. Skizze 41.) Diese ausgedehnte Stellung be-hauptete er mit Erfolg bis über das Ende des Krieges hinaus. Nachseinem Rückzüge von der Stecknitz begann die Einschließung der beidenStädte. Am 24. Dezember traf Bennigsen vor denselben ein undübernahm das Kommando über die jetzt dort vereinigten 50 000Mann. Sogleich begannen auch die Angriffe auf Vororte und dieausgedehnten, in die Befestigung hineingezogenen Elbinseln, von deneneinzelne genommen und trotz Davouts wiederholter Gegenangriffebehauptet wurden. Ein Sturm auf Harburg schlug fehl.

Nach dem Kieler Frieden traf auch das Korps Wallmoden vor Hamburg ein. Jetzt galt der Kampf der ausgedehnten InselWilhelmsburg und der über sie hinwegführenden Brücke. Zweigroße Angriffe gegen sie erfolgten am 9. und 17. Februar; dochgelang es nicht, Wilhelmsburg dauernd zu behaupten. Davout er-schien rechtzeitig mit starken Reserven und zwang die Angreiferzum Abzüge. Zu Ende März brach er sogar über Harburg vorund bemächtigte sich der nächsten Ortschaften.

Durch Entsendungen nach dem Rheine , zu denen auch Wall-modens Truppen gehörten, schwächte sich um dieselbe Zeit Bennig-sens Heer und sank in der Folge auf 30 000 Mann hinab. Nachviermonatlicher Einschließung aber stand der Verteidiger stärker daals im Beginn. Ein Ende war nicht abzusehen; die Unternehmungenhörten auf. Da trafen die entscheidenden Nachrichten aus Frank-reich ein. Davout schenkte ihnen zunächst keinen Glauben. Erstals der König Ludwig XVIII. den General Gerard aus Paris zur Übernahme des Kommandos nach Hamburg sandte, gab derMarschall nach. Am 25. Mai begann der Abmarsch der nochübrigen 24500 Mann. Über 10 000 waren an Krankheit ge-storben, 7000 in den Gefechten getötet oder verwundet worden.An 5000 lagen in den Lazaretten.

Lange noch würde Davout seinen Posten behauptet haben,hätte der Krieg fortgedauert, und mit einem Gefühl der Beschämungdenkt man, wenn man diese Verteidigungen mustert, an die Mehr-zahl der preußischen von 1806 zurück. Die Lage der französischenBesatzungen war nach der Schlacht von Leipzig nicht minder hoff-nungslos, als die der preußischen von damals und wie andershatten sie sich bewährt.