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5. Der Leldzug von M5 in Italien
(S. Skizze 42)
Die Ereignisse auf dem italienischen Kriegsschauplatze sindhier nur mit wenig Worten zu berühren.
Napoleon hatte nach der Schlacht von Groß-Görschen seinenStiefsohn, den Vizekönig Eugen Beauharnais, nach Italien gesendet,um dort fo schnell als möglich eine Armee aufzustellen, mit derer einer österreichischen Invasion Oberitaliens begegnen und imglücklichen Falle sogar Wien von Süden her bedrohen könne. DieAufgabe war schwierig; denn die italienischen Truppen hatten aufden Eisfeldern Rußlands ihren Untergang gefunden oder stecktenteils in den nordischen Festungen, teils in den französischen Heerenin Deutschland .
Dennoch gelang es Eugens Eifer, noch vor Beginn des Herbst-feldzuges S0 000 Mann an Feldtruppen aufzubringen, die sich freilichzum großen Teile aus wenig zuverlässigen Elementen zusammen-setzten. Er vereinigte sie zwischen Trieft, Görz und Laibach miteiner linken Flügelabteilnng bei Villach . Ihm gegenüber standHiller mit etwa gleich starken österreichischen Kräften bei Klagen-furt und Agram.
Im August und zu Anfang September kam es nur zu un-bedeutenden Gefechten um die Gebirgsstellungen südlich der Drau und nördlich Fiume, bis wohin die linke österreichische Kolonneunter Nugent vordrang, um sich der Hauptmacht zu nähern. Am18. September indes ergriff Hiller die Offensive, zu der Eugensich bei der Natur seiner Truppen noch nicht für befähigt ge-halten hatte.
Zunächst durchbrachen die Österreicher in der Richtung aufKrainburg Eugens vordere Linie. Dann wechselte Hiller die Marsch-richtung, kehrte ins Drautal zurück, sprengte am 7. Oktober dielinke Flügeldivision von des Vizekönigs Heer bei Tarvis undbegann nun durch das Pustertal einen weiten Umgehungsmarschüber Vrixen und Bozen nach Trient , wo er am 1. Novembereintraf. Der am 8. Oktober zwischen Österreich und Bayern ab-geschlossene Vertrag von Ried ermöglichte den Marsch. Hillerhatte sich so auf Eugens Rückzugslinie setzen und den Krieg inFeindesland tragen wollen. Eugen war indes längst aus seinenersten Stellungen abmarschiert und, von schwachen Kräften verfolgt,