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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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Vizekönig Eugen und Hiller bei Caldiero

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anfänglich hinter den Jsonzo, dann zur Brenta und endlich aufVerona zurückgegangen, wo er bereits am 4. November eintraf.

Von dort unternahm er kleine Offensivstöße gegen die ihmfolgenden Österreicher, erst im Etschtale aufwärts, dann östlich gegenCaldiero. Hiller, der von Trient aus geradeswegs im Etschtalewohl nicht glaubte durchdringen zu können, marschierte durch dieVal Sugana auf Vicenza vor und erschien am 14. November beiCaldiero dem Vizekönige gegenüber.

Beide hielten sich dort die Wage. Die Operationen kameneinstweilen zum Stillstande.

Inzwischen war Nugent nach Trieft vorgedrungen, hatte sichmit Hilfe der englischen Flotte der Zitadelle dieser Stadt bemächtigt,sich dann eingeschifft und war an der Pomündung gelandet. Vondort aus besetzte er am 18. November Ferrara , so daß Venedig,das Eugen noch besetzt hielt, und vor dem britische Schiffe lagen,nunmehr auch von der Landseite angegriffen werden konnte. Am31. Dezember erreichte er auch Bologna , wo ein eigentümlicherBundesgenosse, Murat, mit 20000 Neapolitanern zu ihm stieß.Dieser hatte seines großen Schwagers und Kaisers Sache in derHoffnung verlassen, durch den Abfall das eigene Königreich zu retten.

Schlachten und selbst größere Gefechte hatte der viermonat-liche Feldzug nicht gebracht, wohl aber eine Reihe von blutigenHochgebirgskämpfen, in denen sich Österreichs jüngere Führer alstüchtige, unternehmende und tatenlustige Männer bewährten.

Inzwischen waren auch Jstrien und Dalmatien von öster-reichischen Streifkorps in Aufruhr gebracht und bis auf Nagusaund Cattaro den Franzosen abgenommen worden. Nagusa fielnoch am 18. Januar 1814.

6. Z?er Feldzug in Frankreich

Pläne und Einleitungen

Zu Beginn des neuen Jahres erschien die Lage Napo-leons verzweifelt. Er war nicht nur aus Deutschland verdrängtworden, hatte nicht bloß Holland, Venetien und die illyrischenProvinzen verloren, sondern auch Spanien aufgeben müssen. Am21. Juni 1813 hatte dort Wellington mit dem vereinigten englisch-portugiesisch-spanischen Heere die französische Hauptarmee unter