392 IV. Die Befreiungskriege
26. um 5 Uhr morgens in ClMons-sur-Marne ein. Noch an dem-selben Tage stellte er die bei Vitry vereinigten Truppen Victors,Marmonts und Neys in einer einzigen Kolonne mit der Spitzemöglichst nahe an St. Dizier bereit, um den Angriff schon amfolgenden Tage zu eröffnen. Seine Unterführer, die bis dahin annichts anderes, als schleuniges Ausweichen gedacht hatten, um sichzu retten, glaubten zu träumen, als sie von solchen Plänen hörten.„Man muß sich schlagen, mit dem was man hat," war seine Ant-wort auf alle Hinweise, wie geringfügig seine Streitkräfte wären.
Der erste Stoß traf die schlesische Armee.
Blücher hatte vor den Saar - und Moselfestungen das Armee-korps Jorcks zurücklassen müssen und als Ersatz dafür nur dasvon Mainz kommende schwache russische Jnfanteriekorps Olsuwieferhalten, etwa ein Drittel von Langerons Truppen. So war eralso erheblich geschwächt und nahm ganz richtig an, daß sich inder Gegend von ClMons so viel Streitkräfte vom Feinde zusammen-finden müßten, daß er allein sie nicht angreifen könne. Er ent-schloß sich daher, die ursprünglich beabsichtigte Richtung auf ClMonszu verlasfen und sich weiter südlich gegen Arcis-sur-Aube zu wenden,um sich so der Hauptarmee zu nähern. Am 25. Januar war ermit Sacken und Olsuwief bei Joinville und Dommartin. DieAvantgarde besetzte unter leichten Gefechten St. Dizier . Dannwar Blücher weiter nach Brienne marschiert, wo er am 27. Januareintraf. Am gleichen Tage wurde St. Dizier erneut von denjetzt unter des Kaisers Befehl vorgehenden Franzosen angegriffen.Marschall Victor warf die schwache russische Seitendeckung hinaus,besetzte die Stadt und stand nun fast in Blüchers Rücken, dessenVerbindungen mit der Heimat bedrohend. Der Gedanke, daß Na-poleon sich überhaupt gegen diese wenden könne, schreckte den Altenindes nicht. „Tut er es, so kann uns nichts Wünschenswerteresbegegnen; dann erhalten wir Paris ohne Schwertschlag" — schrieber an Schwarzenberg.
Das Gefecht von Brienne am 29- Januar(Vgl. Skizze 44 zur Schlacht von La Rothiere)
Als Napoleon selbst noch am 27. in St. Dizier einrückte, er-kannte er sofort die Lage und folgte den Spuren seines Gegners.Blücher stand auch an diesem Tage noch in Brienne-le-ClMeau,ein Teil seiner Truppen schon bis Lesmont darüber hinaus.