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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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Napoleon zwischen Blüchers getrennten Korps

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aber er hatte die Überraschung und die Einheit der Führung aufseiner Seite. Marmont, der Urheber des Zuges, war freilich jetztim Augenblicke der Ausführung zweifelhaft geworden. Er hieltden günstigen Augenblick schon für verstrichen. Napoleon blieb je-doch unbeirrt. Am 10. Februar morgens ging er von Sezannenordwärts vor. An diesem Tage standen von der schlesischen Armee:Sacken bei Montmirail, Olsuwief bei Champaubert , Kleist und Kap-zewitsch in der Gegend von Vertus, Jorck bei ClMeau Thierry.

Das Gefecht von «Lhamvaubert am ^0. Februar

Der Kaiser traf zunächst auf Olsuwief, der nur 3700 MannInfanterie und 24 Geschütze, aber außer einer Stabswache von21 Reitern keine Kavallerie bei sich hatte. Der Ausgang konntenicht zweifelhast sein. Das kleine russische Korps wurde in derFront von großer Übermacht angegriffen und zugleich von derfeindlichen Reiterei umfaßt, gesprengt und fast vernichtet. SeinFührer fiel in Feindes Hand.Der Kaiser war trunken vorFreude." Das Schicksal hatte seine Kühnheit belohnt; schon saher im Geiste die ganze schlesische Armee auseinandergetrieben undSchwarzenberg hinter den Rhein gedrängt. Noch in der Nachttraf er weitere Anordnungen für die Verfolgung seiner Vorteile.

Das Treffen von Montmirail am ^. Februar 1,3^

Der zweite Schlag galt Sacken, der an diesem Tage nachLa Ferte-sous-Jouarre marschiert war, auf die Nachricht von dembei Champaubert Vorgefallenen aber am 11. nach Montmirail um-kehrte. Dort traf er bereits französische Kavallerie unter Nansouty ,die um Mitternacht eingerückt war. Er brachte an 20 000 Mannheran. Der Kaiser, der einige Tausend Mann unter Marmontgegen Blücher hatte stehen lassen müssen, scheint ihm an Streiter-zahl nicht überlegen gewesen zu sein. Bei Marchais westlich Mont-mirail trafen beide aufeinander. Napoleon machte seinen linkenFlügel besonders schwach, um den Gegner zum Angriff zu verleiten.Sacken, stets unternehmend und verwegen, griff wirklich an. AmNachmittage hatte der Kaiser genug von seinen Truppen zur Hand,um nun entscheidend zufassen zu können. Das geschah gegen 2 Uhrmit Übermacht vom rechten Flügel aus, und Sacken wurde ge-worfen, zugleich aber von dem aus der Richtung von ClMeau

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