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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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IV. Die Befreiungskriege

Thierry herankommenden Jorck getrennt. Dieser brachte 5000Mann mit, aber keine schwere Artillerie, die im tiefen Straßenkotestecken geblieben war. Er konnte das Schicksal des Tages nichtmehr wenden, sondern nur noch den Russen durch einen energischenVorstoß Luft machen. Mit Mühe und unter erheblichen Verlustengelang es den beiden verbündeten Generalen, sich in der Nachtauf CkMeau Thierry zurückzuziehen. Die Verbindung mit Blücherwar dadurch vereitelt. Die Truppen gerieten arg durcheinander.Jeder suchte so gut durchzukommen, als es ihm möglich war."Ihre Einbuße war bedeutend, nämlich bei den Russen 2300 Mannund 13 Kanonen, bei den Preußen 31 Offiziere und 860 Mann.Der französische Verlust soll nur an 2000 Mann betragen haben.

Das Gefecht von Lhkteau Thierry arn ^2. Februar ^8^

Am 12. Februar wurden Jorck und Sacken vom Kaiser in derGegend von Viffort und Essises angegriffen und unter neuen er-heblichen Verlusten von 2700 Mann und 6 oder 9 Geschützen beiChateau Thierry über die Marne zurückgeworfen. Der Kaiserhatte gehofft, Macdonald werde sich ihnen von La Ferte aus dortvorlegen können, wozu er Befehl erhalten hatte, und so ihre Ver-nichtung herbeiführen; allein der Marschall kam nicht. Die Brückewurde von den Verbündeten überschritten und zerstört.

Napoleon schlug am 13. Februar eine andere und folgte aufdas rechte Marneufer, seine Armee auf der Straße nach Soissons vorführend. Seine Erfolge erfüllten ihn mit größter Zuversicht.Die fchlesische Armee existiert nicht mehr," hatte er am Abendvon Montmirail seinem Bruder Joseph geschrieben, der ihn inParis vertrat. Die Russen sollten 70 000 Gefangene und alleGeschütze verloren haben. Diese maßlose Übertreibung war natür-lich nur darauf berechnet, die Stimmung in Frankreich zu hebenund das Volk zum Aufstande zu bringen.

Nunmehr schwankte er, ob er von der schlesischen Armee ab-lassen und sich gegen Schwarzenberg wenden solle, den er im Vor-gehen wußte. Er erfuhr Victors Ausweichen auf das rechte Seine-ufer bei Nogent und traf Vorsorge für starke Besetzung vonMontereau. Zugleich verstärkte er Marmont, dem gegenüber derFeind wie Napoleon meinte Wittgenstein sich regte. Ersandte ihm die am weitesten zurückgebliebenen Truppen zu undbeauftragte ihn, Montmirail zu decken. Da erhielt er in der Nacht