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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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Sacken und Dorck geschlagen

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zum 14. Meldung, daß es Blücher sei, der Marmont gegenüberstand, und erkannte sogleich die Möglichkeit, noch einen Schlaggegen den bisherigen Gegner zu tun. Jorck und Sackens Ver-folgung überließ er Mortier und setzte seine übrigen Truppen sofortwieder auf Montmirail in Marsch. Er selbst brach um 4 Uhrfrüh siegesgewiß an der Spitze der alten Garde auf.

Das Treffen von Vauchamvs und Etoges am ^.Februar i^Sl.^

Wir kehren zu Blücher zurück. Dieser hatte schon vor denletzten Ereignissen die Versammlung der Armee eingeleitet undseine Befehle dazu erlassen, die aber nicht mehr zur Durchführungkamen. Drohende Anzeichen für Napoleons Absichten waren er-kannt worden. Gneisenau wollte nördlich der Marne bleiben, aberdie Rücksicht auf die Hauptarmee und die Sicherung der natür-lichen Verbindungen gaben für das Südufer des Flusses den Aus-schlag. So hatte Napoleon die Gelegenheit für feinen bisherigenSiegeszug gewonnen.

Am 10. Februar, als der erste Unfall von Champaubert ein-trat, war Blücher mit den schwachen Korps von Kleist und Kapze-witsch gerade auf dem Marsche nach Fere-Champenoise gewesen,um auf Schwarzenbergs Wunsch diese Truppen näher an dieHauptarmee heranzuführen. Nunmehr kehrte er wieder um undstellte sich bei Bergeres nahe südlich Vertus an der kleinen PariserStraße auf. Dort wartete er am 11. und 12. voll Ungeduld aufNachrichten. Die Schwäche der Kavallerie, die er bei sich hatte,machte ein Vorgehen bedenklich. Seine wenigen Reiter vermochtennicht durchzudringen und Aufklärung zu schaffen. Alle Bewegungenwaren durch den entsetzlichen Zustand der Straßen aufs äußersteerschwert. Von Westen und dann von Nordwesten tönte an denbeiden Tagen ferner Kanonendonner zu ihm hinüber; die Lage wareine höchst spannende.

Am 13. früh trafen zwei Kavallerieregimenter und vierBatterien vom Kleistschen Korps bei Bergeres ein. 16000 MannInfanterie, 1500 Reiter und 48 Geschütze waren jetzt beisammen.Nun ließ sich der Alte nicht länger halten. Es mußte doch etwasgeschehen, um Sacken und Jorck zu Hilfe zu kommen; der Marschnach Etoges, wo Marmont stand, wurde angetreten. Von Olsuwiefskleinem Korps hatten sich aus der Katastrophe von Champaubert

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