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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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IV. Die Befreiungskriege

1800 Mann mit 9 Kanonen unter Udom gerettet und sich ihmwieder angeschlossen. Sie sollten den Rücken decken und zur Auf-nahme den Wald von Etoges besetzen.

Vorauf ging Zieten mit der Avantgarde; Kleist und Kapze-witsch folgten in zwei Kolonnen nebeneinander auf der Chaussee.

Bei Etoges stieß man auf den Feind, der nach einer kurzenKanonade auswich und in eine starke Stellung westlich Champaubertzurückging. Mittlerweile war aber alles still geworden; Nachrichtenfehlten. Ein weiterer Angriff unterblieb. Ein vornehmer Ge-fangener berichtete, daß Napoleon mit seinen Garden nach Paris zu marschiert sei, um die Hauptarmee abzuwehren. Blücher hieltden Sturm für überstanden und nahm abends sein Hauptquartierin Champaubert .

In der Nacht räumte der Feind seine Stellung. Dies schiendie Annahme von des Kaisers Abmarsch zu bestätigen. Die Avant-garde ging weiter auf Vauchamps vor, die anderen Truppen folgtenerst um 10 Uhr vormittags, da Blücher noch auf Nachrichtengewartet hatte. Er hoffte, die schlesische Armee bei Montmirailvereinigen zu können. Gegen Mittag begann vorn jedoch lebhaftesGeschützfeuer. Vauchamps war besetzt gefunden, dann aber baldgeräumt worden. Vor Montmirail stieß man wider Erwarten aufeinen starken Feind. Zieten, zu schwach, um ihn angreifen zukönnen, mußte erst Kleist und Kapzewitsch abwarten. Inzwischenaber gingen die Franzosen ihrerseits energisch zum Angriff über.Bald herrschte kein Zweifel mehr, daß Napoleon selbst zur Stellesei. Man erfuhr auch den Abmarsch Sackens und Jorcks hinter dieMarne. Gneisenau riet zur ungesäumten Umkehr, da nun keinGrund mehr zum Ausharren vorhanden war. Das Zurückgehenaber gestaltete sich außerordentlich schwierig. Geordnet zog dieInfanterie ab; allein die zahlreiche französische Reiterei brach, zu-mal von Süden her, zwischen und in ihre Vierecke ein. Einzelnewurden zersprengt. In grimmigster Stimmung mußte Blücherweiter und weiter mit ihnen weichen, oft selbst in Gefahr, vomFeinde gefangen genommen zu werden. Schließlich erschien auchvon Norden her feindliche Artillerie und Kavallerie und, alsChampaubert durchschritten war, in hereinbrechender Dunkelheit einestarke Mauer feindlicher Reiter quer über die Rückzugsstraße hin-weg. Am Walde hinter dem Orte sollten bekanntlich die Russenvon Olsuwiefs Korps stehen, hatten aber versehentlich bei Etoges