Zweite Trennung der schlesischen von der Hauptarmee
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von neuem anzubieten, in rauher Tonart aus. Er beraubte sichdamit der einzigen Möglichkeit, das allmählich wieder Hoffnungschöpsende Frankreich noch ein letztes Mal unter Waffen zu bringen,um so die nötigen Kräfte zur Abwehr zu gewinnen. „Der En-thusiasmus für den Besieger der feindlichen Eindringlinge wuchsmit jedem Tage." Was im Januar nicht gelungen war, hätte imMärz, wenigstens im Osten des Landes glücken können. Er ver-schmähte es, die Zeit dafür zu gewinnen; damit bereitete er selbstsein Verderben vor.
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Zunächst blieb Napoleon mit seinen Garden in Troyes , beideGegner beobachtend, die vor ihm gestanden hatten. Am 26. Februarwar die gesamte Hauptarmee hinter der Aube verschwunden undsetzte den Rückmarsch gegen das Plateau von Langres fort. Mac-donald, Oudinot und Gerard folgten ihr. Auch von BlüchersMarsch hatte der Kaiser Kenntnis. Er sandte Ney und den wiederzu Gnaden aufgenommenen Victor hinter ihm her. Marmont wichvor Blücher auf La Ferte Gaucher aus; Mortier traf, von ClMeauThierry kommend, in La Ferte-sous-Jouarre ein, so daß beide Mar-schälle, die Straßen nach Paris deckend, nahe beieinander standen.
Blücher hatte inzwischen frohen Herzens den Bannkreis derHauptarmee und die unwirtlichen, durch den Krieg entvölkertenGegenden von Mery verlassen, noch am 24. bei Anglure die Aubeauf drei Schiffbrücken überschritten und seinen Marsch am 2S.nach Sezanne gerichtet, wo Marmont ihm leider entgangen war.Einen Versuch Schwarzenbergs, ihn wieder zur Hauptarmee zurück-zurufen, ließ er an sich abgleiten. „Nun geht's nach Paris, " wardie Losung, mit der er seine Leute anfeuerte. In der Tat wares seine Absicht, sich vorwärts bei Meaux mit Bülow, der in Laon ,und Wintzingerode, der in Reims eingetroffen war, zu vereinigenund sein Vorgehen mit der gesamten, dann auf 110 000 Mannangewachsenen Macht geradeswegs zur französischen Hauptstadtfortzusetzen. Auch die Truppen des Herzogs von Weimar , die vorden flandrischen Festungen standen, wurden Blücher unterstellt.Langeron war mit dem noch fehlenden Rest seines Korps im An-marsch auf Epernay . St. Priest stand in Vitry, Tettenborn undColomb hielten die Verbindung mit der Hauptarmee aufrecht.Alles ließ sich günstig an, seit der große Entschluß einmal gefaßtwar. Rüstig ging es nach Westen weiter. Am 27. und 28. Februar