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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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IV. Die Befreiungskriege

wurde die Marne bei La Ferte überschritten. Die schlesische Armeestand nur noch 50 Kilometer von Paris , entschlossen, den Krieggleichsam auf eigene Faust fortzuführen.

Mortier und Marmont hatte sie freilich weder vernichten nochabdrängen können. Beide vereinigten sich bei Meaux . Dennochsollte der Erfolg ihres entschlossenen Vorgehens nicht ausbleiben.

Am 28. stand Blücher zwischen Marne und Ourcq, einenSchlag gegen die beiden Marschälle planend, als ihm diehöchsterfreuliche Nachricht" zuging, daß Napoleon hinter ihm herkomme.

In der Tat war es ihm gelungen, den Kaiser von dem Bodenfortzuziehen, auf dem er den Verbündeten jetzt am gefährlichstenwerden konnte von Ostfrankreich. Am 27. Februar vormittagshatte Napoleon die Gefahr erkannt, die der Hauptstadt von Blücherdrohte und war mit gewohnter Schnelligkeit von Troyes nördlichaufgebrochen, um die große Straße bei Fere Champenoise zu ge-winnen und dann Blücher zu folgen. Am 28. ging der Marschauf Sezanne weiter. Der Hauptarmee gegenüber war Macdonaldmit 33000 Mann und dem Befehl zurückgeblieben, alles zu tunum Schwarzenberg glauben zu machen, daß der Kaiser selbst nochvor ihm stünde.

Den 1. März wollte Blücher benutzen, um Marmont undMortier den zugedachten Schlag zu versetzen. Die Vorhut derbeiden preußischen Korps unter Katzeler und Zielen, denen auch Kleist folgte, fand aber beim Vorgehen nach dem Überschreiten des Ourcqden heftigsten Widerstand bei Gue ä Tresmes an der Therouane undmußte auf der Straße von Soisfons zurück. Zugleich mehrten sichdie Meldungen über Napoleons Erscheinen. Blücher hielt seineVereinigung mit Wintzingerode für gefährdet, ließ die Marnebrückeabbrechen und marschierte am 2. mit seiner Armee nordöstlichnach Oulchy le ClMeau, wo er den ankommenden Verstärkungennäher stand.

Der Kaiser persönlich war am 1. März nachmittags wirklichschon in La Ferte-sous-Jouarre eingetroffen, seine Armee aberauf den grundlosen Wegen noch weit zurückgeblieben. Auch mußtedie Brücke wiederhergestellt werden. So verging ihm dem ewigUngeduldigen der 2. März im Warten und bei dem Brücken-schlage. Schon dachte er an eine Rückkehr über Chalons gegendie Hauptarmee. Allein am 3. Februar in den ersten Morgen-stunden stand die Brücke fertig da, und nun sollte doch Blücher