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IV. Die Befreiungskriege
Lage in Frankreich der Kaiser mit einer vorschnellen Ausführungseiner eigenen Anordnungen unzufrieden sein werde, wartete erderen Wiederholung ab. Auch von der ihm erteilten Vollmacht, dasLand allmählich zu räumen, machte er einstweilen keinen Gebrauch,und er hatte sich nicht geirrt.
Nach den Februarereignissen erkannte der Kaiser sein Ver-fahren als richtig an und fügte nunmehr die Weisung hinzu, Italien zu halten. Insbesondere sollten Alessandria und die Zitadelle vonTurin behauptet werden, damit die Verbindung zwischen ihm unddem Vizekönig nicht verloren ginge. Anfangs März drangen in-folgedessen die Franko-Jtaliener südlich des Po in der Richtungauf Parma wieder vor und warfen den dort befehligenden öster-reichischen General Nugent mit nicht unerheblichen Verlusten aufModena zurück. Nun aber griff Murat gegen ihre rechte Flankeein, zwang sie wieder zum Weichen, und nur seinem zweideutigenVerhalten, das von dem Wunsche diktiert wurde, es mit ihnen nichtzu verderben, verdankten sie die Möglichkeit eines leidlichen Rück-zuges auf Piacenza ; denn auch die Österreicher waren von neuemvorgegangen.
Mittlerweile landete, den getroffenen Vereinbarungen gemäß,Lord Bentink mit einer englisch-sicilianischen Division bei Livorno und bemächtigte sich des festen Hafens von Spezia, um dannspäter, noch durch eine zweite Division verstärkt, in der Rivieragegen Genua vorzudringen. Seine Bestimmung war es, den Fran-zosen die südlichen Rückwege nach Frankreich zu verlegen. Aucham Po begannen die Operationen im Anfang April von neuem,kamen aber nicht mehr zum Abschluß. Fortgesetzt hielt sich Venedigmit seiner französischen Besatzung gegen den Landangriff der Öster-reicher und eine englische Flottille auf der Seeseite.
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Auf dem niederländischen Kriegsschauplatze war seitBülows Abrücken gleichfalls nichts Wichtiges vorgefallen. GeneralMaison, der französische Oberbefehlshaber, zog in der ersten Hälftedes Februar von Antwerpen ab, um die alte Nordgrenze Frank-reichs zu schützen. Er verstärkte dort die Festungsbesatzungen undstellte sich mit dem ihm verbleibenden Rest von Truppen, etwanoch 7000 Mann, bei Lille auf. Napoleons wiederholte Befehle,mit dieser „Armee" die Offensive zu ergreifen, mußte er not-