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des Königs und Jourdans den Befehl. Ihm gelang es, die Armeeeinigermaßen wiederherzustellen und auf den ansehnlichen Standvon 80000 Mann zu bringen. Sogleich ging er über die Pyrenäen wieder vor, um das eingeschlossene Pampelona zu befreien. Alleinauch er wurde unter einer Reihe von Gefechten, die den Gesamt-namen der „Schlacht in den Pyrenäen " tragen, über das Gebirgewieder zurückgedrängt und nahm bei Bayonne Aufstellung, das erbefestigte und unter wiederholten Kämpfen bis zum Jahresschlüssebehauptete. Dann trat Winterruhe ein, bis um die Mitte Februar1814 die Operationen wieder aufgenommen wurden. Es folgtenheftige Kämpfe um Bayonne. Allmählich wurde Soult , dessen Heersich mehr und mehr durch die Abgaben an des Kaisers Armeen inFrankreich schwächte, auf Toulouse zurückgedrängt. Die Engländerbesetzten inzwischen das gut bourbonisch gesinnte Bordeaux , währendWellington mit der Hauptmacht dem Marschall Soult folgte undam 27. März vor Toulouse erschien. Unter neuen Gefechten über-schritt er unterhalb der Stadt die Garonne. Dort standen sich diebeiden Gegner Auge in Auge gegenüber, als in Frankreich die Kata-strophe erfolgte. Soult hatte sich in Toulouse stark verschanzt.
Die Vorgänge im Rücken der verbündeten Heere
Die Festung Mainz, die eine Besatzung von 10 000 Mannunter dem energischen General Morand besaß, und in der vomHerbstfeldzuge her S—6000 Mann in den Hospitälern lagen,während Krankheit und Sterblichkeit zunahmen, war, wie bekannt,zu Anfang des neuen Feldzuges von dem russischen Korps Langeron umschlossen worden. Dieses sollte bekanntlich durch das 6. deutscheBundeskorps abgelöst werden, dessen Kommando der Herzog von Ko-burg erhielt. Blücher trieb eilig zur Ablösung an; er klagte nicht mitUnrecht, daß er sechs Festungen im Zaume zu halten habe, statt mitallen Kräften ans Paris marschieren zu können, und auch Langeronforderte dauernd die Genehmigung zum Abmärsche. Allein die Auf-stellung des 5. Bundeskorps ging nur sehr langsam vorwärts.Zum Teil lag das an der Vielköpfigkeit in der Leitung aller deut-schen Angelegenheiten, wo Regierungen, deutsche und russischeGouverneure oder Generale der Verbündeten Armeen, sowie Steinsprovisorische Verwaltung durcheinander wirkten. Der Herzog vonKoburg trachtete deshalb danach, Langeron solange wie möglich vorMainz festzuhalten.